
Der Kurs von Ethereum (ETH) liegt bei 2.355 USD und befindet sich direkt auf seinem 100-Tage-Exponentiellen-Gleitenden-Durchschnitt (EMA). Ein strukturierter Indikator zeigt, dass die bullische Seite die Kontrolle hat. Doch Daten zu Walen und Derivaten deuten auf das Gegenteil hin.
Es gibt zwei unterschiedliche Meinungen. Eine einzelne Kursmarke entscheidet über das Ergebnis. Eine Bewegung von 2 % in eine Richtung klärt die Frage.
Smart Money bleibt bullisch in einem aufsteigenden Kanal
Der Ethereum-Kurs bewegt sich seit dem 24. Februar im Tages-Chart in einem aufsteigenden Kanal. Dieser Kanal entstand, nachdem ETH ein Tief nahe 1.800 USD erreicht hatte.
Der 100-Tage-Exponentielle-Gleitende-Durchschnitt (EMA) liegt bei 2.355 USD. Ein EMA gewichtet aktuelle Kurse stärker als ein gewöhnlicher Durchschnitt. ETH pendelt aktuell um diesen Wert. Ein klarer Schlusskurs darüber würde kurzfristige Stärke bestätigen.
Das wichtigste Signal liefert der Smart Money Index (SMI). Dieser Indikator misst die Kursentwicklung in den ersten und letzten 30 Minuten des Handels, um die Positionierung informierter Trader abzuschätzen. Anfang April stieg der SMI über die Nulllinie. Seitdem steigt er weiter und bleibt im positiven Bereich. Das signalisiert, dass wichtige Marktteilnehmer auf steigende Kurse setzen.
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Trotz des strukturell positiven Bildes widersprechen zwei andere Datenpunkte. Dieser Gegensatz macht die aktuelle Marktlage besonders interessant.
Wale reduzieren ihre Positionen, Derivate tendieren auf die Short-Seite
Daten von Santiment zur von Walen gehaltenen Menge, ausgenommen die Token auf Börsen, zeigen in den vergangenen 24 Stunden einen Rückgang. Die Wal-Bestände sanken von 123,61 Millionen ETH auf 123,44 Millionen ETH, etwa 170.000 ETH weniger. Zum aktuellen Kurs entspricht das fast 400 Millionen USD. Der Rückgang ist gering, aber der Trend ist aussagekräftig. Wale reduzieren ihre Positionen, statt weiter zu akkumulieren.
Gleichzeitig zeigt der Derivatemarkt eine ähnliche Vorsicht wie die Wale. Das Open Interest, also der Gesamtwert aller offenen Futures-Kontrakte, fiel von 12,31 Milliarden USD am 14. April auf 11,98 Milliarden USD. Zudem drehte die Funding-Rate von +0,011 % auf -0,005 %. Damit wachsen die Short-Positionen im Vergleich zu Longs.
Allerdings ist die Short-Positionierung nicht stark genug, um einen Short Squeeze auszulösen. Das Open Interest ist nicht massiv gefallen, und die Funding-Rate ist nur leicht negativ. Außerdem scheinen die Wale eher abzusichern als massiv gegen den Ethereum-Kurs zu investieren. Es bleibt offen, ob die strukturelle bullische Entwicklung laut Smart Money Index oder die Vorsicht der Wale am Ende richtig ist.
Ethereum-Kursmarken, die den Streit entscheiden
Das ETH-Tages-Chart zeigt die exakte Kursmarke, an der sich der Streit entscheidet. Das 0,786-Fibonacci-Level liegt bei 2.397 USD, also im Bereich um 2.400 USD. Dieser Wert liegt nur 2 % über dem aktuellen Ethereum-Kurs.
Ein Tagesschlusskurs über 2.397 USD würde das Signal des Smart Money Index bestätigen. Dann hätte ETH das wichtige Fibonacci-Level zurückgewonnen und den 100-EMA als Unterstützung etabliert. Dadurch wäre der Weg Richtung 2.523 USD frei, was mit der oberen Trendlinie des aufsteigenden Kanals übereinstimmt.
Bleibt ETH jedoch unter 2.397 USD, ist das Verhalten der Wale gerechtfertigt. In diesem Fall bildet 2.299 USD (Fibonacci 0,618) die nächste Unterstützung. Fällt diese, rücken 2.230 und 2.160 USD in den Fokus.
Das größere Risiko liegt jedoch bei 1.936 USD. Dies würde allerdings einen Bruch des gesamten aufsteigenden Kanals seit dem 24. Februar voraussetzen.
Der Ethereum-Kurs bei 2.397 USD ist entscheidend. Ein Schlusskurs darüber und das Smart Money behält recht. Ein Rückfall darunter belegt, dass der Wal-Verkauf der richtige Schritt war.

