06.05.2026, 10:25 Uhr

„Wenn Ich Etwas Kaufe, Kaufen Es Auch Andere“: Carl Moons Bekenntnis zum Bärenmarkt

Carl Runefelt, der schwedische Creator, der seinen 650.000 YouTube-Abonnenten als Carl Moon bekannt ist, hat in einem Bärenmarkt etwas Seltenes gemacht. Er gab offen zu, dass seine Inhalte Retail-Geld bewegen.

In einem tauschten sich Runefelt und David Wulschner von Crypto Familie über die Verantwortung von Creatorn aus. Sie kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, aber das Gespräch war ungewöhnlich ehrlich zu einer Frage, die die Branche meist meidet.

Carl Moon: Das Eingeständnis

Runefelt hat seinen Standpunkt deutlich gemacht.

„Ich weiß auch, dass wenn ich sage, dass ich etwas kaufe, kaufen die Leute es auch. Ich bin ja nicht dumm.”

Er ordnete das in einem Rückblick auf den Zyklus 2021 bis 2022 ein, als Altcoins, die er vorgestellt hatte, stark anstiegen und danach einbrachen.

„Wenn die Märkte steigen, lässt man sich davon leicht mitreißen. Am Ende wollen die Leute genau solche Inhalte sehen.”

Auch sein eigenes Portfolio verlor deutlich. Einige der Altcoins, über die er gesprochen hatte, sanken um 80, 90 oder sogar 95 %. Trotzdem betonte Runefelt, dass er sich immer an eine Grenze gehalten habe, die er nicht überschreiten möchte.

„Ich habe niemals absichtlich einen Betrug beworben.”

Für die Zukunft hat er eine klare Entscheidung getroffen. Er möchte keine sehr kleinen Token mehr bewerben, wie sie 2021 oft im Creator-Content vorkamen.

Wulschner: Ein anderer Ansatz

Wulschner kam schon früher zu einem ähnlichen Ergebnis, allerdings auf andere Weise. Der Moderator von Crypto Familie erklärte, dass seine ersten 50 bis 60 Videos Kursprognosen für kleine Projekte waren. Er hörte damit auf, nachdem er beobachtete, wie seine Zuschauer darauf reagierten.

„Ich habe das komplett geändert, weil ich gesehen habe, dass wenn ich ein Video über ein kleines Projekt mache… investieren die Leute extrem stark darin.”

Er entfernte sich von Kursprognosen, veröffentlichte seine Wallet-Adressen und definierte seine Rolle neu.

„Ich hoffe, ich kann die Leute dazu bringen, die richtigen Dinge zu erkennen und dass mein Inhalt nur ein Teil der Risikobewertung ist.”

Seine Argumentation ähnelt der von Runefelt, auch wenn sie unterschiedliche Wege gegangen sind. Beide stellen das Vertrauen ihres Publikums in den Mittelpunkt.

Die gemeinsame Erkenntnis

Der wohl offenste Moment kam, als Carl Moon Runefelt die grundlegende Autoritätsfrage direkt ansprach.

„Wusste ich mehr als andere, als ich meinen Kanal gestartet habe? Ganz sicher nicht.”

Mit dieser Aussage untergräbt er den gesamten Anspruch auf Autorität von Krypto-YouTubern. Das zeigt zudem, warum beide Creator inzwischen vorsichtiger geworden sind, je fortgeschrittener der Zyklus ist. Dieses Muster entspricht ebenso der größeren prägt, in dem das Fehlen von Euphorie die spekulative Dynamik abschwächt, auf der Creator-Inhalte oft basieren.

Warum dies jetzt wichtig ist

Bärenmärkte machen die Folgen von überwiegend im Minus sind und Retail-Portfolios Verluste erleiden, tritt die branchenweite Frage nach Verantwortung deutlicher hervor. Runefelt und Wulschner gehören zu den wenigen bekannten Creatorn, die sich öffentlich damit auseinandersetzen.

Keiner von beiden behauptet, das Problem gelöst zu haben. Beide haben ihr eigenes Vorgehen verändert und geben an, dass weitere Änderungen folgen werden. In einer Creator-Ökonomie, die eher Zuversicht als Selbstkritik belohnt, ist diese Art der öffentlichen Selbstprüfung eine Nachricht wert.