
Die Schuldenlast der USA wird größer, weil die Kosten für die Bedienung der Schulden steigen und immer mehr vom Einkommen der Regierung beanspruchen.
Die gesamte US-Staatsverschuldung hat mehr als 39 Billionen USD erreicht. Doch die größere Sorge ist inzwischen nicht mehr nur, wie viel geschuldet wird, sondern wie teuer es geworden ist, die Schulden zu bedienen.
US-Schuldenlast wächst: Zinskosten steigen weiter
Laut vorläufigen Schätzungen hat die US-Regierung zwischen Oktober 2025 und März 2026 etwa 529 Milliarden USD an Zinsen gezahlt. Das entspricht rund 88 Milliarden USD pro Monat beziehungsweise über 22 Milliarden USD pro Woche. Daran lässt sich das Ausmaß und die Geschwindigkeit der wachsenden Belastung erkennen.
Dieser Betrag ist vergleichbar mit den zusammengefassten Ausgaben des Bundes für das Verteidigungsministerium (461 Milliarden USD) und das Bildungsministerium (70 Milliarden USD) im selben Zeitraum. Das zeigt, dass die Zinsbedienung beginnt, mit den wichtigsten Staatsausgaben zu konkurrieren.
Der Druck nimmt zudem weiter zu. Im selben Sechsmonatszeitraum des Vorjahres lagen die Zinszahlungen bei 497 Milliarden USD. Das bedeutet einen Anstieg um 33 Milliarden USD oder 7% im Jahresvergleich.
„Weil die Schulden größer waren als in der ersten Hälfte des Fiskaljahres 2025 und wegen der höheren langfristigen Zinssätze. Sinkende kurzfristige Zinssätze haben den Anstieg der Zinszahlungen teilweise abgemildert”, stellte das CBO fest.
Abseits der absoluten Zahlen wird die strukturelle Belastung immer deutlicher. Daten, die The Kobeissi Letter hervorgehoben hat, zeigen: Die US-Regierung hat im Fiskaljahr 2025 18 Cent von jedem Dollar Einnahmen für Zinsen ausgegeben.
Das ist der höchste Wert seit den 1990er-Jahren und entspricht einer Verdreifachung seit 2015. So hat sich die Finanzdynamik deutlich verändert.
Für die Zukunft erwartet das Congressional Budget Office, dass diese Belastung weiter zunimmt und bis 2035 auf 25 Cent pro Dollar Einnahmen steigt. Bemerkenswert ist, dass diese Prognosen von stabilen wirtschaftlichen Bedingungen ausgehen, ohne große Rezession oder starken Anstieg der Renditen von Staatsanleihen. Verschlechtert sich das Umfeld, könnten die Belastungen daher noch massiver werden.
Mit steigenden Kreditkosten wird das Thema US-Schulden zunehmend nicht durch ihre Höhe, sondern durch die wachsenden Kosten für ihre Bedienung bestimmt.
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Was das für Krypto bedeutet
Die strukturelle Schwächung der US-Finanzen stärkt das strukturelle Argument für Vermögenswerte mit begrenztem Angebot, wie zum Beispiel Gold und Bitcoin (BTC). Besonders Bitcoin hat während des aktuellen US-Iran-Konflikts relative Resilienz gezeigt.
Gold hingegen ist angesichts der wachsenden Spannungen gefallen. Trotzdem könnten sich verschlechternde makroökonomische Bedingungen ebenso gut dazu führen, dass Investoren „Risk-Off”-Strategien wählen.
Ob Bitcoin sich am Ende als verlässlicher Schutz vor Inflation erweist oder sich eher wie ein Hochrisiko-Asset verhält, bleibt weiter umstritten. Weniger umstritten ist, dass sich die Finanzlage, die zu dieser Debatte geführt hat, weiter verschärft statt verbessert.
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