
World Liberty Financial (WLFI) reagiert auf Kritiker, die Fragen zu seiner massiven Kreditaufnahme bei Dolomite stellen. Das Unternehmen bezeichnet die Bedenken als „falsch” und präsentiert sich als Hauptkreditnehmer des Protokolls.
In seiner Antwort betont das von der Trump-Familie unterstützte Projekt, dass kein Liquidationsrisiko bestehe und es jederzeit zusätzliches Sicherheiten hinterlegen könne.
WLFI: Stellungnahme und Blockchain-Daten im Vergleich
WLFI nennt in seiner Stellungnahme einige Zahlen, die bisher nicht bekannt waren. Das Projekt berichtet, dass sein USD1 Stablecoin inzwischen auf einen jährlichen Umsatz von 159,5 Millionen USD kommt.
Zudem bestätigt WLFI, innerhalb von sechs Monaten 435,3 Millionen WLFI Token am Markt zurückgekauft zu haben. Der Durchschnittspreis lag dabei bei 0,1507 USD. Insgesamt wurden damit 65,58 Millionen USD für die Rückkäufe aufgewendet.
Die Blockchain-Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild: Laut und rund 75 Millionen USD in Stablecoins geliehen hat.
Über 40 Millionen USD davon wurden an Coinbase Prime Wallets überwiesen, was auf Umtausch in Fiat oder außerbörsliche Geschäfte hinweist.
„Als Hauptkreditnehmer generieren wir die Rendite, die WLFI Markets für alle anderen attraktiv macht”, schrieb World Liberty Financial in einem Beitrag.
Herausforderungen für Einleger
Wegen der Kreditaufnahme liegt die Auslastung des USD1-Pools auf Dolomite mittlerweile bei über 93%. Für normale Einleger sind schnelle Auszahlungen dadurch schwer möglich.
Die von WLFI hinterlegten Sicherheiten machen aktuell etwa 55% des gesamten, auf 835,7 Millionen USD bezifferten, gesperrten Vermögens auf dem Protokoll aus.
Das Projekt kündigte zudem einen Governance-Vorschlag an, der in der nächsten Woche veröffentlicht werden soll. Damit könnten Token für frühe Halter freigegeben werden.
WLFI hebt außerdem ein Upgrade seines USD1 hervor, mit dem gebührenfreie Transfers und Unterstützung für KI-Agenten-Zahlungsprotokolle möglich werden sollen.
Ob die Strategie als Hauptkreditnehmer nachhaltige Renditen ermöglicht oder ein systemisches Risiko durch die starke Konzentration auf eine Insider-Position entsteht, bleibt die zentrale Frage für Einleger, deren Gelder weiterhin im Pool gebunden sind.

