SpaceX hat Anthropic am Mittwoch kompletten Zugang zum Supercluster Colossus 1 in Memphis gewährt. Die Vereinbarung erfolgt etwa fünf Wochen vor dem geplanten Börsengang des Raumfahrtunternehmens zu einer Bewertung von 1,75 Bio. USD.
Durch das Abkommen erhält Anthropic mehr als 300 Megawatt Kapazität und über 220.000 NVIDIA-Grafikprozessoren, die innerhalb eines Monats zur Verfügung stehen. Zugleich gewinnt SpaceX mit Anthropic einen bedeutenden Kunden im Bereich Künstliche Intelligenz – und das kurz vor dem Börsengang an der Nasdaq im Juni.
Compute-Deal fällt in das SpaceX-Roadshow-Fenster
SpaceX wird. Die Roadshow findet ab der Woche des 8. Juni statt.
Der Verkauf von Colossus 1-Kapazität an ein führendes KI-Labor liefert den Banken zusätzliche Argumente für die Infrastruktur-Erzählung rund um Künstliche Intelligenz.
Im Februar fusionierte SpaceX mit xAI, zudem zeigt die Vereinbarung mit Anthropic, dass das Cluster auch extern zahlende Kunden – nicht nur Grok – bedienen kann.
„Wir haben eine Partnerschaft mit SpaceX vereinbart, die unsere Rechenkapazität deutlich erhöht. Zusammen mit unseren anderen jüngsten Compute-Vereinbarungen konnten wir damit die Nutzungslimits für Claude Code und die Claude-API anheben“, teilte Claude in einem Beitrag mit.
Starke KI-Nachfrage verbessert SpaceX-Börsengang
Für Anthropic verdoppelt der Vertrag die Rate-Limits für Claude Code bei zahlenden Nutzern und hebt die Obergrenzen der Schnittstelle für Opus-Modelle an. Das Labor erreichte Anfang dieses Jahres auf dem privaten Markt eine Bewertung von mehr als 1 Bio. USD.
Zudem behielt sich Musk ausdrücklich das Recht vor, die Rechenkapazität zurückzufordern, falls Anthropics Modelle der Menschheit schaden sollten. Diese Regelung bringt für Anleger beim Börsengang einen ungewöhnlichen Governance-Aspekt mit.
Beide Unternehmen signalisierten außerdem Interesse an zukünftiger orbitaler Rechenleistung im Multi-Gigawatt-Bereich und möchten Starship-Hardware mit künftigen KI-Trainingsaufgaben verbinden.
Mittelfristig könnte dieser Ausblick die Höchstbewertung bei der SpaceX-Platzierung weiter erhöhen. In Banker-Kreisen ist dabei schon von 2 Bio. USD die Rede.
Investorinnen und Investoren achten nun darauf, wann die öffentliche S-1-Version erscheint. Angaben zu Einnahmen aus KI-Leistungen von Musks Unternehmen könnten die Bewertung neu beeinflussen.