07.05.2026, 20:23 Uhr

Märkte geben nach: US-Militär greift angeblich iranischen Öltanker in Straße von Hormus an

Die Ölpreise sind am Donnerstag stark gefallen, nachdem Berichte aufgetaucht sind, dass US-Streitkräfte in der Nähe der Straße von Hormus auf einen iranischen Öltanker geschossen haben. Dies hat die Sorge vor einem größeren Konflikt im Nahen Osten verstärkt und starke Volatilität auf den Kryptomärkten ausgelöst.

Iranische Staatsmedien haben berichtet, dass das US-Militär einen unter iranischer Flagge fahrenden Tanker angegriffen hat. Daraufhin hätten iranische Kräfte mit dem Abschuss von Raketen auf US-Marineeinheiten in der Nähe der Straße von Hormus reagiert. US-Beamte bestätigten zwar eine Begegnung mit einem iranischen Tanker, bestritten jedoch, dass amerikanische Kriegsschiffe getroffen wurden.

US-Iran-Konflikt: Globale Märkte reagieren

Laut iranischen Medien wie IRIB und Fars News Agency griffen iranische Raketen nach dem Vorfall gezielt US-Marineeinheiten an. Teheran erklärte, dies sei eine Vergeltung auf das, was als amerikanische Aggression in den regionalen Gewässern bezeichnet wurde.

Das US-Zentralkommando bestätigte derweil, dass US-Kräfte Warnschüsse abgegeben und anschließend den Tanker außer Gefecht gesetzt haben, nachdem dieser angeblich Befehle ignorierte und versucht hat, eine Seeblockade im Zusammenhang mit dem anhaltenden US-Iran-Konflikt zu durchbrechen.

Die Straße von Hormus ist nach wie vor einer der wichtigsten globalen Energiewege. Hier werden etwa 20% des weltweiten Öl- und LNG-Handels transportiert. Kommt es zu einer Störung, betrifft das sofort die Energiepreise, Inflationserwartungen und das allgemeine Sentiment der Investoren.

Bitcoin-Volatilität steigt parallel zu Ölpreisen

Der geopolitische Schock hat sich rasch auf digitale Vermögenswerte ausgewirkt. Bitcoin sowie große Altcoins sind zunächst gefallen, da Trader ihr Risiko in Vermögenswerte reduziert haben – aus Sorge vor einer weiteren militärischen Eskalation.

Allerdings haben sich die Kryptomärkte stabilisiert, nachdem die Ölpreise stark nachgegeben haben. Einige Analysten sehen in dem Ausverkauf eher eine kurzfristige Neupositionierung als einen langfristigen Nachfrageschock.

Spot-Kurs von Brent-Rohöl
Spot-Kurs von Brent-Rohöl. Quelle: TradingView

Auch Öltrader beurteilen nun neu, ob die jüngste Konfrontation tatsächlich die Schifffahrt stören könnte oder ob es bei einem begrenzten militärischen Schlagabtausch bleibt.

Der schnelle Rückgang der Rohölpreise hat einige Analysten überrascht, die mit einer Energiepreisexplosion durch unmittelbare Versorgungsängste gerechnet hatten.

Trader verfolgen derzeit aufmerksam weitere Stellungnahmen aus Teheran, Washington und dem US-Zentralkommando, um Anzeichen für eine Eskalation oder Entspannung zu erkennen.

Jede bestätigte Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus könnte die Volatilität bei Öl, Aktien und auf den Kryptomärkten erneut erhöhen.