Spirit Airlines hat am 2. Mai 2026 alle Flüge eingestellt. Damit endet der Betrieb nach 34 Jahren. Weil die Treibstoffpreise wegen des Kriegs zwischen den USA und Iran stark gestiegen sind, war keine Rückkehr zur Profitabilität mehr möglich.
Der letzte Flug landete kurz nach 1 Uhr EST in Dallas, die vollständige Einstellung war für 3 Uhr geplant. Spirit hatte im November 2024 und erneut im August 2025 Insolvenz nach Chapter 11 beantragt, bevor jetzt eine Liquidation nach Chapter 7 vorbereitet wurde.
Treibstoffkosten durch Iran-Krieg machen alle Rechnungen zunichte
Nach dem Beginn des Konflikts mit Iran Anfang 2026 haben sich die Preise für Flugbenzin etwa verdoppelt. Lieferprobleme in der Straße von Hormus waren verantwortlich für diesen Anstieg. Spirit Airlines meldete, dass der Krieg pro Woche zwischen 10 Millionen und 15 Millionen USD an Mehrkosten verursacht hat.
Treibstoff verursacht normalerweise zwischen 25 % und 33 % der Betriebsausgaben einer Airline. Für eine Ultra-Low-Cost-Airline mit sehr geringen Margen ließ der starke Anstieg keinen Spielraum. Schulden aus der Zeit der Pandemie und stillgelegte Flugzeuge von Pratt & Whitney hatten die Bilanz bereits zusätzlich geschwächt.
Die 500-Millionen-USD-Rettung, die nicht zustande kam
Spirit hatte mit der Regierung unter US-Präsident Trump über staatliche Unterstützung in Höhe von etwa 500 Millionen USD verhandelt. Anleihegläubiger lehnten ab, weil die Bedingungen dem US-Staat eine Beteiligung gesichert hätten. Auch republikanische Abgeordnete waren gegen das Paket.
Während die Gespräche stockten, verbrauchte die Airline weiter ihre Liquiditätsreserven. Spirit bestätigte, dass alle Flüge gestrichen und der Kundenservice nicht mehr erreichbar sind.
„Es ist sehr bedauerlich, dass Spirit Airlines am 2. Mai 2026 begonnen hat, alle Aktivitäten geordnet einzustellen. Dies gilt ab sofort.”
— Offizielles Statement von Spirit Airlines
Durch den Rückzug von Spirit Airlines entfallen zwischen 1,8 % und 3,4 % der Kapazität im US-Inlandsflugverkehr. Laut Analysten werden die Ticketpreise auf überlappenden Strecken im Durchschnitt um etwa 20 % steigen.
Bis zu 17.000 Arbeitsplätze, auch bei Partnern, sind von dem Aus betroffen. JetBlue und Frontier haben angekündigt, gestrandeten Spirit-Passagieren bei Umbuchungen zu helfen.