Telegram-Gründer Pavel Durov zeigte aktuelle Daten: The Open Network (TON) bestätigt Transaktionen in nur 0,6 Sekunden. Damit liegt TON bei der Finalität an erster Stelle aller Layer-1-Blockchains – deutlich vor Bitcoin (BTC), der etwa eine Stunde für die Abwicklung braucht.
Die Zahlen wurden wenige Wochen nach dem Upgrade des TON-Mainnets veröffentlicht, welches die Finalität auf unter eine Sekunde gesenkt hat. Telegram hat zudem durch einen Rekord-Stake an Validatoren mehr Kontrolle über die Blockchain erhalten.
TON: Finalitäts-Rangliste bei Layer 1 angeführt
Durov teilte einen Bericht, der Layer-1-Blockchains nach ihrer Finalisierungszeit ordnet. Die deutlichsten Unterschiede sieht man am Ende der Liste, nicht an der Spitze.
Bitcoin braucht etwa eine Stunde, um eine Transaktion sicher gegen Umorganisationen zu machen. Diese Zahl basiert auf dem Standard mit sechs Bestätigungen und den Blockintervallen von zehn Minuten.
Der Unterschied zwischen TON und Bitcoin beträgt demnach etwa das 6.000-Fache. Damit ist Bitcoin bei Anwendungsfällen mit direkter Abwicklung praktisch nicht geeignet.
Cardano (ADA) landet mit einem vollständigen Tag für Finalität auf dem letzten Platz. Die Blockchain wirbt seit Langem mit ihrem peer-reviewten Proof-of-Stake-Design, wird in den Daten aber von allen Layer-1-Blockchains übertroffen, gegen die sie eigentlich antritt.
Das Mittelfeld wirkt im Vergleich unauffällig: Avalanche (AVAX), BNB Smart Chain (BNB) und Sui (SUI) bestätigen Transaktionen in unter zwei Sekunden. Hedera (HBAR), der XRP Ledger und Stellar (XLM) schaffen es in unter fünf Sekunden.
Solana (SOL) braucht 13 Sekunden, TRON (TRX) etwa eine Minute und Ethereum (ETH) 13 Minuten. Litecoin (LTC) benötigt 15 Minuten und Monero (XMR) 20 Minuten. Danach folgen Bitcoin und Cardano.
Diese Werte sind das Ergebnis des Catchain-2.0-Upgrades bei TON. Blockzeiten liegen nun bei etwa 400 Millisekunden, die Finalität sank am 10. April unter eine Sekunde.
Die Rolle als Validator: Telegram verändert das Netzwerk
Durov bestätigte außerdem, dass Telegram nun als größter Validator für TON agiert. Das Unternehmen hat etwa 2,2 Millionen TON gestakt, was zum damaligen Zeitpunkt einem Wert von rund 2,9 Millionen USD entsprach.
Er bezeichnete diese Rolle als Gegengewicht zu anderen großen Betreibern. So können größere Teilnehmer dem Validatoren-Pool beitreten, ohne das Netzwerk in Richtung Zentralisierung zu verschieben.
Der Wettbewerb um die rund 20% Staking-Rendite hat dazu geführt, dass ein größerer Anteil des Umlaufangebots im Validierungsprozess gebunden ist. Das verringert das frei verfügbare Angebot und schränkt die Liquidität von TON im Handel weiter ein.
Kritiker geben zu bedenken, dass Telegrams Anteil bald ein Viertel der gesamten Validatoren-Power erreichen könnte. Diese Konzentration wirft Fragen zur Steuerung der Blockchain auf, auch wenn die Zahl der Transaktionen steigt.
Der TON-Coin stieg deutlich, nachdem Durov das Validatoren-Update veröffentlichte. Die Märkte werten den Schritt als Zeichen für ein stärkeres Telegram-Engagement mit der eigenen Blockchain rund um den Messenger.
Die Vergleichsdaten liefern Durov ein neues Argument für die technische Stellung von TON. Für eine nachhaltige Annahme bleibt aber entscheidend, ob die Aktivität von Anwendungen mit den technischen Fortschritten des Netzwerks mithalten kann.