11.05.2026, 13:09 Uhr

MicroStrategy kauft im Jahr 2026 so wenig Bitcoin wie noch nie, strukturelle Gründe könnten den Rückgang erklären

MicroStrategy hat zwischen dem 5. und 11. Mai nur 535 Bitcoin (BTC) gekauft. Das ist der kleinste wöchentliche Kauf im Jahr 2026 und zeigt eine klare Verlangsamung der institutionellen Akkumulation.

Die Transaktion über 43 Millionen USD erhöhte die Gesamtbestände auf 818.869 BTC zu einem Durchschnittspreis von 75.540 USD pro Coin. Der BTC Yield, also das Bitcoin-Wachstum pro Aktie des Unternehmens, blieb trotz weiterer Käufe seit Jahresbeginn bei etwa 9,4% stehen.

Eine klare Verlangsamung der wöchentlichen Käufe

Der Verlauf hat sich innerhalb von vier Wochen stark verändert. Strategy kaufte in der Woche bis zum 20. April noch 34.164 BTC. In der folgenden Woche waren es nur noch 3.273 BTC, danach setzte das Unternehmen vor den Q1-2026-Gewinnen am 5. Mai ganz aus. Der Kauf von 535 BTC in dieser Woche zeigt, dass wieder gekauft wird, allerdings nur noch ein Bruchteil der zuletzt üblichen Mengen.

Über alle Käufe hinweg liegt die durchschnittliche Kostenbasis des Unternehmens jetzt bei etwa 75.543 USD pro Coin, mit einer Gesamtausgabe von 61,86 Milliarden USD.

MicroStrategy Kostenbasis
MicroStrategy Kostenbasis. Quelle: Bitcoin Treasuries

Der BTC Yield erreichte Mitte April 5,6% seit Jahresanfang. Nach dem großen Kauf im April stieg er auf 9,5% und ist seitdem leicht auf 9,4% zurückgegangen.

Kleinere Käufe können die Verwässerung durch laufende ATM-Angebote und die Emission von $STRC-Vorzugsaktien nicht mehr ausgleichen.

Dieses Verhältnis, und nicht der Bitcoin-Kurs, bestimmt nun, wie aktiv MicroStrategy noch jede Woche kaufen kann.

Von Akkumulation zu aktivem Management

Während des Earnings Calls am 5. Mai erklärten CEO Phong Le und Saylor konkrete Bedingungen, unter denen sie erstmals Bitcoin verkaufen würden. Diese Kriterien sind unter anderem die Finanzierung der $STRC-Dividenden und das Steuermanagement, wenn ein Verkauf vorteilhafter wäre als die Ausgabe neuer Aktien.

Die Aktie fiel etwa 3% nach diesen Aussagen, da dies eine symbolische Abkehr von Saylors früherer absoluten Haltung gegen Verkäufe ist.

„Wahrscheinlich werden wir etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren, einfach um dem Markt zu signalisieren, dass wir es getan haben”, so Michael Saylor laut Strategy Earnings.

Zusammen mit dem sehr kleinen Kauf in dieser Woche deutet diese Offenlegung auf einen Übergang von einseitiger Akkumulation hin zu aktivem Bilanzmanagement hin.

Die Führungskräfte gehen dennoch weiterhin davon aus, Netto-Käufer zu bleiben und planen, zehn bis 20 BTC pro verkauftem Coin zu kaufen.

In den nächsten Wochen wird entscheidend sein, ob die Käufe wieder zunehmen, ob das Unternehmen erstmals einen gezielten Verkauf tätigt und wie sich die $STRC-Emissionen im Vergleich zu den steigenden Dividenden-Verpflichtungen entwickeln.