Die Harvard-Universität hat ihre Position im BlackRock-Spot-Bitcoin-ETF (BTC) im ersten Quartal 2026 um etwa 43% verringert und ist vollständig aus dem Spot-Ethereum (ETH)-Fonds des Unternehmens ausgestiegen, wie eine neue Meldung bei der Aufsichtsbehörde zeigt.
Dieser Rückzug wurde in den neuesten 13F-Meldungen bekannt. Abu Dhabis Mubadala hat sich hingegen anders entschieden und ihre IBIT-Beteiligung um 16% auf etwa 566 Millionen USD erhöht.
Harvards Krypto-Investition hatte keinen dauerhaften Erfolg
Die Harvard Management Company hielt zum 31. März 3.044.612 Anteile am iShares Bitcoin Trust (IBIT), im Wert von rund 117 Millionen USD. Diese Zahl steht in den 13F-Meldungen für das erste Quartal 2026 auf der SEC-EDGAR-Website.
Dies entspricht einem Rückgang von 43% gegenüber dem Vorquartal und einem deutlichen Abbau gegenüber dem Höchststand der Position. Das Stiftungsvermögen hatte erstmals im Jahr 2025 offengelegt, dass es im IBIT investiert ist. Damals kaufte Harvard etwa 1,9 Millionen Anteile für circa 117 Millionen USD.
Anschließend wurde die Position bis zum 3. Quartal 2025 auf etwa 443 Millionen USD ausgebaut. Im 4. Quartal wurde sie um 21% reduziert, bevor im 1. Quartal 2026 die starke Kürzung um 43% erfolgte.
Harvard hat außerdem die gesamte Position von 86,8 Millionen USD im BlackRock-Spot-Ethereum-ETF (ETHA) verkauft. Diese Beteiligung wurde erst ein Quartal zuvor erworben.
Der vollständige Ausstieg bei ETH erfolgte, nachdem ETHA Anfang 2026 deutlich gefallen war und die Beteiligung dadurch nur kurz im Stiftungsvermögen bestand.
IBIT ist nicht mehr Harvards größte ausgewiesene Beteiligung an börsennotierten Unternehmen. Aus den Meldungen geht hervor, dass nun TSMC, Alphabet, Microsoft und der SPDR Gold Trust davor liegen.
Diese Veränderung deutet eher auf eine Neuausrichtung des Portfolios in Richtung traditioneller Vermögenswerte als auf einen vollständigen Rückzug aus Krypto hin.
Mubadala setzt weiterhin auf Bitcoin, während Stiftungen zögern
Während Harvard seine Beteiligung reduziert, hat Mubadala ihre IBIT-Position auf 14.721.917 Anteile im Wert von etwa 566 Millionen USD gesteigert. Am Ende von 2025 waren es noch 12.702.323 Anteile. Der Fonds aus Abu Dhabi hat seine Bitcoin-ETF-Beteiligung seit dem 4. Quartal 2024 jedes Quartal erhöht.
Dieser Unterschied zeigt ein breiteres Muster in der aktuellen Welle der Meldungen. Staatsfonds und mehrere große Banken erhöhen ihr Engagement. Einzelne Universitätsstiftungen und Trading-Unternehmen hingegen nehmen Gewinne mit oder schichten um.
Jane Street reduzierte ihre IBIT-Anteile um 71% und senkte die Anteile am Fidelity-FBTC im Q1 um 60%. Das Trading-Unternehmen hat dennoch bei ETHA und Fidelity-FETH deutlich zugekauft, was auf eine taktische Umschichtung statt eines vollständigen Ausstiegs hindeutet.
Die Emory University hat ihre kleine IBIT-Position vollständig verkauft und setzt stattdessen auf den Grayscale Bitcoin Mini Trust.
JPMorgan hat seine IBIT-Beteiligung im Quartal um 174% erhöht. Wells Fargo baute im selben Zeitraum ihre Ethereum-ETF-Beteiligung aus.
Diese Entwicklungen haben dafür gesorgt, dass institutionelles Kapital auf beiden Seiten der Handelspositionen steht, was eine einfache Einordnung der Q1-Meldungen erschwert.
Was die Q2-Meldungen zeigen könnten
Harvard hat sich nicht zu den Handelsentscheidungen geäußert und 13F-Meldungen geben keine Gründe an. Die jüngsten Veränderungen könnten folgende Gründe haben:
- Portfolio-Neuausrichtung,
- Liquiditätsbedarf im Zusammenhang mit Kapitalabrufen aus dem Privatmarkt, oder
- taktische Risikoreduzierung.
Solche Faktoren spielen oft eine Rolle bei Kürzungen großer Universitätsstiftungen.
Das Stiftungsvermögen hält weiterhin etwa 117 Millionen USD in Bitcoin-ETF, sodass es sich noch nicht um einen vollständigen Krypto-Ausstieg handelt. Die nächsten 13F-Meldungen für das 2. Quartal 2026, die im August fällig sind, werden zeigen, ob Harvard weiter reduziert, stabil bleibt oder die Position wieder ausbaut.
Sie werden auch zeigen, ob Mubadalas Akkumulationsserie ein siebtes Quartal in Folge erreicht.
Investoren, die Harvards Entscheidung als Signal für das Sentiment werten, sollten diese mit dem Engagement von Staatsfonds vergleichen. Die beiden Seiten der 13F-Meldungen aus dem 1. Quartal zeichnen sehr unterschiedliche Bilder, was die institutionelle Überzeugung in Spot-Krypto-Produkte angeht.