
Der Bitcoin-Kurs erreichte am Mittwoch kurzzeitig 72.700 USD, nachdem Trader auf ein Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran positiv reagiert hatten. Allerdings fiel der Kurs bereits nach wenigen Stunden wieder unter 71.000 USD, als neue Gewalt im Nahen Osten die Zuversicht zerstörte.
Die Rallye war real, hatte jedoch nicht lange genug Bestand, um relevant zu sein.
Hormuz weiter blockiert: Ölpreis erholt sich
Israel startete den bisher größten Angriff auf den Libanon und griff in weniger als zehn Minuten über 100 Ziele der Hisbollah in Beirut an. Der Parlamentspräsident Irans erklärte, dass drei Punkte des Waffenstillstands bereits gebrochen worden seien, was den Preis für WTI-Rohöl um 2,8% auf 97,03 USD und Brent um 2,5% auf 97,14 USD je Barrel steigen ließ. Damit machten die Preise einen Großteil des vorherigen Rückgangs von 16% wieder wett.
Die Straße von Hormuz, auf der normalerweise etwa 135 Schiffe pro Tag fahren, verzeichnete am Mittwoch nur drei Durchfahrten. Mehr als 800 Schiffe warten weiterhin im Golf, da sie auf Klarheit für eine sichere Passage hoffen.
Ether fiel um 1,1% auf 2.185 USD und folgte damit dem Rückgang des Bitcoin-Kurs angesichts einer allgemein schwächer werdenden Risikobereitschaft. Der Goldpreis gab leicht auf 4.713 USD nach, während der US-Dollar stabil blieb. Dies signalisiert, dass die Märkte vorsichtig agieren, aber sich noch nicht in einem vollständigen Panikmodus befinden.
Marktanalysten betonten zudem, dass der Anstieg vor allem durch algorithmische und Momentum-Strategien verursacht wurde, nicht durch echte fundamentale Verbesserungen. Die Erholung konnte sich nicht halten, als geopolitischer Druck zurückkehrte.
Fed erhöht den Druck zusätzlich
Das Protokoll der US-Notenbanksitzung im März, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, zeigt eine wachsende Sorge der Entscheidungsträger angesichts der anhaltenden Inflation. Einige Vertreter betonten daher, dass Zinserhöhungen weiterhin möglich bleiben sollten, falls die Ölpreise hoch bleiben.
Eine längere Blockade der Straße von Hormuz würde die Energiekosten hoch halten und damit die erwartete Zinssenkung der Fed, auf die die Kryptomärkte zählen, verzögern. Höhere Zinsen belasten in der Regel risikoreiche Vermögenswerte wie Bitcoin, sodass Krieg und restriktive Fed-Aussagen eine schwierige Kombination für bullische Anleger darstellen.
Für Bitcoin ist das makroökonomische Umfeld daher weiterhin herausfordernd. Die Kryptowährung steht zwischen schwindenden Hoffnungen auf einen Waffenstillstand und einer Fed, die mit Zinssenkungen abwartet.

