06.05.2026, 14:31 Uhr

BlackRock-CEO Larry Fink spricht über eine neue Anlageklasse

BlackRock-CEO Larry Fink sagte beim Milken Institute, dass die steigende Nachfrage nach Rechenleistung eine ganz neue Vermögensklasse schaffen könnte. Trader könnten eines Tages Terminkontrakte auf reine Rechenleistung kaufen und verkaufen, erklärte er.

Auf der Konferenz in Beverly Hills erklärte Fink, Rechenleistung sei so knapp, dass sie einen eigenen Derivatemarkt brauche. Er stellte sie neben Energie und Agrarrohstoffe, welche Unternehmen bereits mit strukturierten Termingeschäften absichern.

Warum Rechenleistung eine neue Vermögensklasse werden könnte

Fink sagte, das Land verfüge noch nicht über die nötigen Chips, Speicher oder Stromkapazitäten, welche für die erwarteten KI-Anwendungen benötigt werden. Er verglich reine Rechenleistung mit Kraftstoff und Getreide, also Rohstoffen, deren Preise an den Terminmärkten festgelegt werden.

Mit dieser Darstellung lenkte er das Publikum dazu, Rechenleistung als handelbare Ressource zu betrachten. Brookfield-CEO Bruce Flatt war bei der Diskussion gemeinsam mit Fink auf der Bühne.

„Eine neue Vermögensklasse wird sein, Terminkontrakte auf Rechenleistung zu kaufen.”

Der BlackRock-Vorsitzende sieht Rechenleistung als die nächste große Ware für die Finanzmärkte, nicht nur als Cloud-Dienst. Institutionen, die in KI-Infrastruktur investieren, könnten ihre Kapazitätskosten zukünftig absichern – ähnlich wie Airlines heute ihre Treibstoffkosten absichern.

Dabei würde für jede Modellabfrage der Preis für Megawatt und Chips abgesichert. Fink schlug vor, dass solche Verträge Kapital mit langfristigem Horizont anziehen könnten, das nach konkreter Beteiligung sucht.

Strom, Chips und Kapital werden knapp

Zudem widersprach Fink der Sicht, dass es bei KI-Investitionen eine Blase gebe. Die Nachfrage sei in allen Bereichen weiterhin größer als das Angebot, erklärte er dem Publikum.

Er warnte zudem, dass Rekord-Finanzierungsrunden durch Cloud- und Chip-Unternehmen nicht ausreichen könnten, um globale Rechenzentren zu bauen. Außerdem sagte er einen kommenden Mangel an Kapital im Sektor voraus.

„Wir haben zu wenig Strom, wir haben zu wenig Rechenleistung, wir haben zu wenig Chips.”

So äußerte sich Fink vor dem Milken-Publikum.

Diese Aussagen erfolgten, während BlackRock sich darauf vorbereitete, noch in dieser Woche eine Partnerschaft mit einem nicht genannten Hyperscaler bekannt zu geben. Diese Partnerschaft würde die Bilanz des Unternehmens mit 13.9 Billionen USD noch tiefer in KI-Infrastruktur bringen.

Das Asset-Management-Unternehmen würde damit nicht nur weiter investieren, sondern auch direkt an der physischen Infrastruktur beteiligt sein. Fink nannte den Partner vor der offiziellen Ankündigung nicht.

Ob Börsen tatsächlich Terminkontrakte auf Rechenleistung einführen, hängt davon ab, wie sich ein Standardmaß dafür in der Branche etabliert. Diese Frage ist mit Blick auf verschiedene Hardware-Generationen und wechselnde KI-Anwendungen bisher offen. Finks Einschätzung zeigt, dass BlackRock einen Standard früher erwartet, als es derzeit an den Märkten eingepreist ist. Das Unternehmen positioniert sich offenbar, um bei der Entwicklung dieses Standards vorne dabei zu sein.