Der britische Sprinter CJ Ujah gehört zu zehn Verdächtigen, die im Vereinigten Königreich wegen mutmaßlichem Krypto-Betrug angeklagt sind. Die Behörden sagen, dass die Opfer durch telefonische Täuschung Wallet-Guthaben verloren haben.
Ujah, 32 Jahre alt, wurde nach einer Razzia der Eastern Region Special Operations Unit wegen Verschwörung zum Betrug angeklagt. Die Ermittlungen fanden in Kent, Essex und London statt. Ujah wurde bis zum 28. Mai am Crown Court in Chelmsford auf Kaution freigelassen.
Vom Dopingverbot zur Betrugsanklage
Die Anklage erfolgte vier Jahre, nachdem Ujahs Karriere durch eine 22-monatige Sperre wegen Dopings im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in Tokio 2020 unterbrochen wurde.
Die Athletics Integrity Unit machte ein verunreinigtes Beta-Alanin-Präparat im Wert von 10 GBP (13,63 USD) dafür verantwortlich, das während des Covid-19-Lockdowns gekauft wurde. Ujah wurde später vom Vorsatz beim Doping freigesprochen.
Diese Rehabilitationsgeschichte trug ihn bis ins Halbfinale über 100 Meter bei den Europameisterschaften 2024 in Rom. Ujah war seit April 2025 bis zum Auftauchen dieses Falls nicht mehr gelaufen.
Er lief die erste Strecke, als Großbritannien die 4×100-Meter-Staffel bei den Weltmeisterschaften 2017 gewann. Das war das letzte Rennen von Usain Bolt.
So soll der Betrug funktioniert haben
Ermittler sagen, dass Mitglieder der organisierten Gruppe sich als Polizisten und Mitarbeiter eines Krypto-Unternehmens ausgaben. Sie setzten Opfer unter Druck, ihre Seed-Phrasen für die Wallet preiszugeben. Eine Person soll mehr als 300.000 GBP (408.895 USD) verloren haben.
Solche Täuschungsmaschen nehmen in der Branche zu. Die Regional Organised Crime Unit warnte, dass echte Polizei und Krypto-Unternehmen niemals per Telefon nach Seed-Phrasen fragen. Sie verlangen auch nie Zugang zum Gerät oder fordern eilige Transaktionen.
Auch der britische Sprinter Brandon Mingeli, 25 Jahre alt, wurde angeklagt. Er startete 2021 für Großbritannien in der U23-Kategorie und bleibt weiterhin in Haft.
British Athletics hat zu dem Fall bisher keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Sowohl Ujah als auch seine neun Mitangeklagten gelten als unschuldig. Die Verhandlung am 28. Mai wird entscheidend dafür sein, ob Ujahs sportliches Comeback weitergeht.