Bitcoin-Mining war immer ein Geschäft mit sehr knappen Margen, heute gilt das mehr denn je. Ob Mining Gewinn bringt oder Verlust macht, hängt oft an Strompreisen, Maschinenleistung, Poolgebühren oder auch daran, wie viele Anteile abgelehnt werden, bevor sie das Netzwerk erreichen.
Dieser Druck ist nach der Bitcoin-Halbierung 2024 noch ernster geworden. Die Blockbelohnung wurde verringert, während die Mining-Schwierigkeit 2026 weiter über 135 T liegt. Für viele Miner sind allein die Stromkosten für das Mining von einem Bitcoin über 74.000 USD gestiegen.
Damit bleibt weniger Spielraum für Verluste, und ein Unternehmen kann schnell unrentabel werden. Genau dieses Problem versuchen EMCD und Vnish zu lösen.
Die neue Partnerschaft vereint die Mining-Pool-Infrastruktur von EMCD mit der Firmware-Technologie von Vnish, die einen globalen Marktanteil von 26,4 % hält.
Das Ziel ist, Minern aufzuzeigen, wo Verluste entstehen und so die Rentabilität zu steigern, ohne einfach neue Maschinen zu kaufen.
Bei der Consensus 2026 in Miami erklärte EMCD-Gründer und CEO Michael Jerlis, dass Miner heute mehr praktische Unterstützung von Infrastruktur-Anbietern brauchen.
„Früher waren Pools und Maschinenhersteller nur Dienstleister“, sagte Jerlis. „Jetzt sieht es so aus, als würden sie stärker zu Partnern der Miner.“
Wo Bitcoin-Miner Geld verlieren
Die Verluste entstehen oft schon auf Maschinenebene.
Die werkseitige Firmware nutzt üblicherweise für alle ASIC-Chips die gleichen Spannungseinstellungen. Das Problem: Chips arbeiten unterschiedlich. Leistungsstärkere Chips werden gebremst, während schwächere Chips überhitzen können. Nach Angaben der Partner können so bis zu 25 % der möglichen Hardwareleistung ungenutzt bleiben.
Dazu kommen Kosten durch den Mining-Pool. Ein Unterschied bei den Poolgebühren von 1,5 % zu 4 % erscheint gering, kann aber im Jahresverlauf einen spürbaren Teil der Brutto-Einnahmen eines Miners auffressen.
Auch abgelehnte Shares sorgen für weitere Verluste. Wenn die Verbindung zum Pool-Server zu langsam ist, verbrauchen die Miner zwar Strom für Berechnungen, diese werden jedoch nicht anerkannt.
EMCD und Vnish schätzen, dass die Einnahmen dadurch im Monat zusätzlich um 2 % bis 5 % sinken können.
Jerlis brachte den Druck klar auf den Punkt.
„Alle Miner haben die gleichen Probleme“, sagte er und verwies auf Betriebskosten, Strompreise, Softwareanbieter und Hardwareverkäufer.
Wie hilft die Partnerschaft?
Das Angebot von EMCD und Vnish konzentriert sich auf konkrete Lösungen statt auf große Versprechen. Es umfasst Prüfungen der Hashboards, Feineinstellungen, Verringerung von Netzwerkausfällen, Optimierungsschritte fürs Mining sowie Audits durch EMCD- und Vnish-Experten.
Vereinfacht gesagt wird geprüft, wo ein Mining-Setup Leistung verliert, und die Miner erhalten klare Anweisungen zur Verbesserung.
Die Firmware spielt dabei eine zentrale Rolle. Vnish kann die ASICs gezielter einstellen, die Hardwareleistung steigern und Stromverluste minimieren. Gerade für Miner, bei denen die Kosten die Erlöse fast erreichen, können kleine Verbesserungen entscheidend sein.
„Spezielle Firmware hilft dabei, den Stromverbrauch zu senken“, sagte Jerlis.
Auch beim Mining-Pool gibt es Verbesserungen. Jerlis erklärte, dass EMCD daran arbeitet, die Verbindung der Miner zu den Pool-Servern zu optimieren: Mit neuen Routings und Tools soll der Anteil abgelehnter Shares sinken.
Das ist wichtig, weil Mining-Erträge nur für akzeptierte Arbeit gezahlt werden. Strom, der für abgelehnte Arbeit verbraucht wird, ist verlorenes Geld.
Laut Jerlis ist die Partnerschaft darauf ausgelegt, die Rentabilität der Miner an mehreren Stellen gleichzeitig zu verbessern.
„Gemeinsam werden wir unsere Gebühren senken und Minern mehr Profit verschaffen“, sagte er.
Ein praxisnäheres Modell für das Mining
Nach der Halbierung stehen Miner unter erhöhtem Druck, noch disziplinierter zu arbeiten. Günstiger Strom ist weiterhin wichtig, reicht aber allein nicht mehr. Die Geräteeinstellung, Firmware, die Zuverlässigkeit des Mining-Pools, Latenz und Support entscheiden ebenfalls über den Erfolg.
Jerlis sagte, EMCD habe sich genau an diesem Bedarf nach direkter Unterstützung für Miner orientiert. Zu Beginn des Unternehmens hatten viele Miner Schwierigkeiten, mit Pool-Betreibern Kontakt aufzunehmen, wenn es Probleme gab.
Der frühe Vorteil von EMCD war der Support rund um die Uhr. Die Partnerschaft mit Vnish bringt diesen Ansatz nun auch in die Optimierung.
„Wir müssen ihnen helfen, mehr Bitcoin zu akkumulieren, ihre Maschinen einzustellen, weniger Geld auszugeben“, sagte Jerlis.
Das ist der Kern der Geschichte. Die Partnerschaft zwischen EMCD und Vnish soll Minern helfen, angesichts eines Marktes zu bestehen, in dem kleine Ineffizienzen nun viel höhere Kosten verursachen.