Penn Entertainment und Gambling.com Group haben in dieser Woche neue Stellenstreichungen bekannt gegeben. Gambling.com streicht 25% der Belegschaft, während Penn mehr als 75 Stellen in der Interactive-Sparte abbaut.
Diese Kürzungen erfolgen, weil die Sportwetten-Branche mit zwei Herausforderungen umgehen muss. Anbieter setzen verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI), zum anderen ziehen regulierte Prognosemärkte Einsätze von traditionellen Wettanbietern ab.
Kostensenkungen durch Umbau mit KI-Fokus
Gambling.com Group hat rund 150 Mitarbeiter gemeinsam mit dem Q1-Ergebnisbericht entlassen. Der Bericht weist einen Verlust von 1,2 Millionen USD bei einem nahezu unveränderten Umsatz von 40,4 Millionen USD aus.
Der künftige CEO Kevin McCrystle sagte Analysten, dass KI mittlerweile etwa 80% des neuen Engineering-Codes erstellt. Diese Umstellung soll jährliche Einsparungen von 13 Millionen USD ermöglichen.
Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für das gesamte Jahr 2026 auf 165 Millionen bis 170 Millionen USD gesenkt. Die Aktie fiel nach der Ankündigung um mehr als 45%.
Der Rückgang setzte einer schwierigen Phase ein Ende, die unter anderem durch Schwankungen bei Google-Suchergebnissen und strengere Regulierungsvorgaben in Finnland und dem Vereinigten Königreich geprägt war.
Bei Penn Entertainment betreffen die Kürzungen Teams von theScore Bet, Online-Casino und Social-Gaming.
Diese Maßnahmen bauen auf einer im Januar umgesetzten Umstrukturierung auf, bei der der Technologiebereich unter Aaron LaBerge gebündelt und zwei leitende Positionen abgeschafft wurden. Penn meldete einen Umsatz von etwa 1,4 Milliarden USD im ersten Quartal.
Prognosemärkte entziehen Sportwetten Nachfrage
Laut dem offiziellen Layoff Tracker zeigen die Meldungen, dass Prognoseplattformen Nutzer von regulierten Sportwettenanbietern abziehen.
Von der CFTC überwachte Plattformen, darunter Polymarket und Kalshi, haben insgesamt rund 150 Milliarden USD Handelsvolumen abgewickelt. Sportverträge machen dabei einen Großteil der aktuellen Aktivitäten aus.
DraftKings hat jüngst eine durch die CFTC lizenzierte Börse übernommen und arbeitet mit Polymarket bei der Abwicklung zusammen. Penn hält sich wegen regulatorischer Unsicherheiten bisher aus Event-Verträgen heraus.
Die American Gaming Association setzt sich weiterhin dafür ein, dass diese Verträge klar als Glücksspiel klassifiziert werden.
Kalshi meldete im April ein monatliches Handelsvolumen von 14,8 Milliarden USD und lag damit erstmals seit acht Monaten vor Polymarket. Dieses Muster spiegelt eine umfassendere Entwicklung wider.
Event-Vertragsplattformen konkurrieren nun direkt mit Sportwettenanbietern um Spielerwetten, Spreads und Live-Wettmärkte.
Unternehmen in der Branche bauen daher Personal ab und vertrauen immer stärker auf Automatisierung.
Eine schnellere Konsolidierung bei Sportwettenanbietern könnte von den Regulatoren abhängen, wobei neue Entwicklungen rund um Event-Verträge sowohl auf staatlicher als auch auf Bundesebene erwartet werden.