13.05.2026, 9:33 Uhr

Ethereum Foundation stellt neuen Clear Signing Standard vor: Schluss mit undurchsichtigen Wallet-Freigaben

Die Ethereum Foundation hat Clear Signing vorgestellt, einen offenen Standard, der Freigaben von Transaktionen für Menschen lesbar macht. Die Veröffentlichung soll das Problem des Blind Signing lösen, das laut Foundation bereits Verluste in Milliardenhöhe für Nutzer verursacht hat.

Clear Signing basiert auf ERC-7730. Mit diesem Rahmenwerk können Wallets vor der Freigabe eine verständliche Beschreibung jeder Transaktion anzeigen. Die One Trillion Dollar Security Initiative der Ethereum Foundation übernimmt als neutraler Gastgeber die Verwaltung der zugrundeliegenden Infrastruktur.

Warum Blind Signing zu einer teuren Standardlösung geworden ist

Bei vielen Angriffen auf Kryptowährungen ist der letzte Schritt meistens nicht ein Softwarefehler, sondern eine Freigabe durch den Nutzer. Die Mitteilung der Foundation nennt genau diese Freigabe als zentrales Problem. Nachdem etwa Phishing oder die Kompromittierung der Infrastruktur einen Angriff einleiten, liegt die letzte Handlung fast immer beim Halter der Wallet. Clear Signing will genau bei diesem Schutz ansetzen.

Freigaben sind heute oft in kompliziertem Maschinencode angezeigt, den man nur mit technischem Wissen versteht. Einige Nutzer kontrollieren Transaktionsdetails noch einmal auf einem zweiten Gerät, wenn die Anwendung eventuell kompromittiert ist. Die Foundation nennt den Bybit-Fall als Beispiel für aktuelle Vorfälle, bei denen freigegebene Transaktionen Wallets der Nutzer leergeräumt haben. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Wie Clear Signing funktioniert

ERC-7730 bietet ein gemeinsames Format, das Transaktionsdaten in klare, menschlich verständliche Beschreibungen verwandelt. Diese Beschreibungen liegen nicht auf der Blockchain, sondern werden in einem dezentralen, externen Register gespeichert und an Wallets verteilt.

Ein weiterer Standard, ERC-8176, ermöglicht es unabhängigen Prüfern, diese Beschreibungen zu überprüfen und kryptografisch zu bestätigen, dass sie korrekt sind. Anhand dieser Bestätigungen entscheiden Wallets dann, welchen Quellen sie vertrauen.

Da das System außerhalb der Blockchain arbeitet, müssen bestehende Anwendungen ihre Smart Contracts nicht anpassen, um Clear Signing zu unterstützen. Nach Angaben der Ethereum Foundation passt dieses Konzept in die größere Strategie, Datenschutz und Sicherheit im Netzwerk zu verbessern.

Am Ende entscheiden die Anbieter von Wallets selbst, welche Quellen für die Beschreibungen angezeigt werden, wobei sie sich auf den Ruf und die Prüfberichte verlassen.

Viele Beteiligte treiben Clear Signing voran: Institutionelle Halter erhöhen ihr Engagement in Ethereum

Ledger hat ERC-7730 ursprünglich entwickelt. Die Arbeitsgruppe umfasst nun MetaMask, Trezor, Fireblocks, WalletConnect, Cyfrin, Sourcify, Zama und unabhängige Mitwirkende. Durch das 1TS-Programm finanzierte Bibliotheken für Rust und TypeScript sind auf clearsigning.org verfügbar.

Die Einführung von Clear Signing erfolgt, während Institutionen ihr Engagement in Ethereum erweitern, darunter die jüngste Einführung von hat in der Vergangenheit die Transparenz von Transaktionen als eine wichtige Schwachstelle für die nächste Phase der Ethereum-Übernahme hervorgehoben.

Entwickler berichten, dass das Projekt weiterläuft. Mitwirkende arbeiten daran, die Kompatibilität mit Wallets, Prüf-Werkzeuge und die Einführung bei dezentralen Anwendungen auszubauen. Ob sich Herausgeber, Verwahrer und Wallet-Anbieter auf gemeinsame Beschreibungen einigen, wird entscheiden, wie schnell sich Clear Signing in DeFi und im institutionellen Bereich durchsetzt.