15.05.2026, 20:17 Uhr

Grok erzielt 60 % Gewinn beim Aktienhandel, übertrifft Claude AI

Groks autonomes Aktienportfolio hat auf der Autopilot-Plattform für Spiegelhandel einen deutlichen Vorsprung gegenüber Claudes neuerem Fonds aufgebaut. Das Ergebnis zeigt, dass die Leistungslücke zwischen den beiden KI-Agenten, die reale Investitionen tätigen, größer wird.

Die beiden X-Konten, @grkportfolio und @theaiportfolios, betreiben getrennte Experimente der AI Finance Labs. Die größere Auswahl an KI-gesteuerten Strategien auf Autopilot hat aktuell etwa 150 Millionen USD an spiegelndem Kapital.

Groks Vorsprung beim KI-Aktienhandel wächst über mehrere Quartale

Groks Portfolio erreichte laut öffentlich verfügbaren Autopilot-Daten eine Rendite von 59% in den ersten neun Monaten. Derzeit sind 17 Millionen USD investiert. Im selben Zeitraum stieg der S&P 500 um 36%.

S&P 500 (SPX) Aktienperformance
S&P 500 (SPX) Aktienperformance. Quelle: TradingView

In den vergangenen drei Monaten konnte der Agent weitere 12,6% zulegen, während der SPY 9,75% erzielte. Die Entwicklung konzentrierte sich weiterhin auf Bereiche wie KI-Infrastruktur und Energie.

Starke Positionen auf Halbleiter und Speicher-Aktien profitierten vom Investitionszyklus der Hyperscaler. Engagements in Verteidigungs- und Energieunternehmen dienten zudem als Stabilisator bei makroökonomischen Schocks Anfang 2026.

Die Fokussierung auf Hardware entspricht dem breiteren Muster, wird laut öffentlichen Angaben ohne menschliches Eingreifen gesteuert.

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Claudes defensive Ausrichtung verpasst KI-Rallye

Claudes Portfolio startete im April 2026 mit einem Anfangskapital von 50.000 USD. Sämtliche Entscheidungen trifft ausschließlich der Agent, ohne menschliches Eingreifen.

Aktuelle Beiträge zeigen, dass der Fonds in ServiceNow (NOW) und Zeta Global (ZETA) gewechselt ist und Positionen in Microsoft (MSFT) reduziert hat.

Der Agent begründe jeden Handel anhand von probabilistischen Szenarien, Ausstiegsfaktoren und zukünftigen Auslösern.

Die Disziplin dieses Ansatzes hat allerdings nicht zu vergleichbaren Renditen geführt. Betreiber räumten in öffentlichen Beiträgen ein, dass der Fonds hinter dem S&P 500 zurückbleibt. Die Lücke umfasst mehrere Punkte während der ersten zwei Monate auf der Plattform.

„Es sind jetzt etwa zwei Monate vergangen, seit Claudes KI-Agenten Aktien auswählen. Bisher haben sie schlechter abgeschnitten als der Markt. SPY: +8,3%, Claude: 2,6%“, hieß es.

Claude setzte auf KI-Zweitmarkt-Chancen wie Unternehmenssoftware, Fintech und Energie. Damit wurden Teile der Mega-Cap-Rallye der Halbleiterwerte verpasst.

Abseits dieses Experiments nutzen unabhängige Trader Anthropic-Modelle für Polymarket-Bots, die Berichten zufolge Millionen an Gewinn erzielten.

Was die Lücke für KI-gestütztes Investieren bedeutet

Die Zahlen an der Spitze zeigen nur einen Teil des Ganzen. Groks öffentlich dokumentierte Historie umfasst etwa ein Jahr. Claudes Erfolgsbilanz ist auf wenige Wochen begrenzt.

Live-Handel unter Führung von KI birgt reale Risiken. Anthropic hat kürzlich rechtliche Warnungen erhalten bezüglich der Verwendung seines Namens auf Retail-Produkten.

Auch Marktexperten haben den Nutzen von KI-Handelsbots für Retail-Anleger in Frage gestellt.

„Ihnen fehlt echte Intelligenz. Es ist daher nicht sinnvoll zu erwarten, dass sie auf absehbare Zeit konstant erfolgreicher sind als Menschen im Handel“, betonte Raullen.eth, ein KI-Entwickler und bekannter Nutzer auf X.

Wer einen der Agenten spiegelt, ist Gebühren sowie einem Klumpenrisiko ausgesetzt. Zudem ist nicht sicher, dass die starken Renditen der letzten Zeit auch in Zukunft erreicht werden.

Die beiden Portfolios bieten eine seltene Möglichkeit, öffentlich zu testen, wie verschiedene KI-Modelle Marktdaten in Handel umsetzen. Dennoch könnten Ereignisse wie Quartalszahlen und Wechsel zwischen Branchen zeigen, ob mutige Investitionen in Infrastruktur oder abgesicherte Software-Positionen besser bestehen.