Burwick Law hat diese Woche eine bundesweite Sammelklage gegen die Rapperin Iggy Azalea eingereicht. Die Klage wirft ihr vor, Käufer ihres Mother Iggy (MOTHER) Memecoins mit Versprechen über echte Nutzungsmöglichkeiten getäuscht zu haben, die nie vollständig umgesetzt wurden.
Die Klage wurde im Southern District von New York eingereicht. Sie beschuldigt Azalea, gegen Verbraucherschutzgesetze des Staates New York verstoßen zu haben, nachdem MOTHER rund 99,5 % seines Höchstwerts verloren hat.
Einblicke in die Klage gegen Iggy Azalea und MOTHER
Die am Montag eingereicht und bezieht sich auf die New Yorker Gesetze §§ 349 und 350 für allgemeine Geschäfte.
Beide Gesetze richten sich gegen irreführende Handlungen und falsche Werbung. Die Kläger fügen zudem Vorwürfe der fahrlässigen Falschdarstellung und ungerechtfertigten Bereicherung hinzu.
Laut Klageschrift habe Azalea MOTHER als native Währung eines von ihr kontrollierten Ökosystems dargestellt. Dieses Ökosystem habe unter anderem Motherland, ein Online-Casino, und Unreal Mobile, ein Telekommunikationsunternehmen, das von der Rapperin mitbegründet wurde, umfasst.
Azalea sagte ihren Followern, dass sie MOTHER benötigen würden, um Zugang zu Motherland zu erhalten. Außerdem verkündete sie, dass Unreal Mobile-Kunden Handys und Monatsverträge mit dem Token kaufen könnten und dabei bis zu 600 USD im Jahr sparen würden.
Nach Angaben der Klage bot keine der angekündigten Integrationen eine dauerhafte, auf der Blockchain verfügbare Nutzungsmöglichkeit für Halter. Die Kläger argumentieren, dass Käufer keine Unternehmensanteile, keine Mitbestimmungsrechte und keine Umsatzbeteiligung an einem der Unternehmen von Azalea erhalten haben.
„Halter von MOTHER haben keine Anteile an Azaleas Unternehmen erhalten. Sie haben keine Rechte auf Umsatzbeteiligung, keine Stimmrechte, keine vertraglichen Ansprüche und kein rechtliches Interesse an einem zugrundeliegenden Unternehmen erworben”, heißt es in einem Auszug der Klage.
So kam es zum Absturz: MOTHER von 200 Millionen auf fast null
Azalea startete MOTHER auf Solana am 28. Mai 2024. Sie präsentierte ihn als Memecoin mit zusätzlicher Nutzung, also anders als typische Prominenten-Projekte.
Schon nach wenigen Wochen erreichte der Token ein Allzeithoch von etwa 0,23 USD und eine Marktkapitalisierung von rund 194 Millionen. Azalea veröffentlichte außerdem Partnerschaften mit den Market Makern Wintermute Trading und DWF Labs, um dem Projekt institutionelle Glaubwürdigkeit zu geben.
Aktuell liegt der Kurs des Tokens laut Coingecko bei etwa 0,001258 USD, mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,2 Millionen. Das bedeutet, MOTHER steht mehr als 99 % unter seinem Höchststand.
Der Start des Tokens sorgte ebenfalls für Kritik. On-Chain-Analysten entdeckten Hinweise auf Insider-Handel in Höhe von 2 Millionen USD rund um den Launch. Diese Vorwürfe wies Azalea damals zurück.
„Enttäuschen Sie Ihre Mutter nicht. Glauben Sie auch nicht den Unsinn, gefälschte Screenshots und sonstige Behauptungen. Ich weiß, Sie sind schlauer als das. Niemand arbeitet mit mir zusammen. Ich kann es nicht oft genug sagen. Es stimmt nicht. Sahil, mein Lieber, nimm deine Niederlage hin und geh endlich”, erklärte Azalea damals.
Burwick Law: Klagewelle im Krypto-Bereich nimmt zu
Burwick hat sich zu einer der aktivsten Rechtsanwaltskanzleien für Sammelklagen im Krypto-Verbraucherschutz entwickelt. Das Unternehmen reichte bereits ähnliche wurde von Burwick ins Visier genommen.
Die MOTHER-Klage setzt diese Entwicklung fort und rückt den Verbraucherschutz stärker in den Vordergrund als die Frage nach der Einhaltung von Wertpapiergesetzen.
Da die Klage auf Vorschriften gegen unlautere Geschäftspraktiken gestützt wird, muss Burwick nicht klären, ob Memecoins als Wertpapiere zu werten sind.
Iggy Azalea hat öffentlich bisher nicht auf die Klage reagiert.
Die Klage befindet sich noch ganz am Anfang, und Anträge auf Abweisung sind in solchen Fällen häufig.
Dennoch landet damit ein weiterer von Prominenten beworbener Memecoin auf einer immer länger werdenden Liste von Sammelklagen im Zusammenhang mit angeblich gescheiterten Marketingversprechen.