Die USA haben die Sanktionen gegen Irans Ölsektor am Donnerstag auf zwei Ebenen verschärft: Das US-Finanzministerium setzte den irakischen Vize-Ölminister und drei iranisch unterstützte Milizführer auf die Sanktionsliste. Zudem berichtete ABC News von Untersuchungen des US-Justizministeriums und der CFTC zu Ölgeschäften im Volumen von etwa 2,6 Milliarden USD, die auffällig zeitnah getätigt wurden.
Beide Maßnahmen gehören zur Operation Economic Fury, die Teherans Einnahmen einschränken soll. Die Ziele des OFAC sollen irakisches Rohöl nach Iran geleitet haben, während die Behörden prüfen, ob Trader von vorab bekannt gewordenen Ankündigungen des US-Präsidenten profitiert haben.
Treasury: Iranisches Öl-Schmuggelnetzwerk im Visier
Das OFAC führte Ali Maarij Al-Bahadly nach Präsidentenerlass 13902 auf der Sanktionsliste. Ihm wird vorgeworfen, seine Ämter seit 2018 genutzt zu haben, um den mit Iran verbundenen Schmuggler Salim Ahmed Said und die Miliz Asa’ib Ahl Al-Haq zu unterstützen.
Die Behörde erklärte, das Netzwerk habe iranisches Rohöl mit irakischen Fässern vermischt am VS Oil Terminal, anschließend falsche Herkunftspapiere erstellt und exportiert. Drei ranghohe Miliz-Mitglieder und vier Firmen aus dem Öl-Dienstleistungssektor wurden ebenfalls sanktioniert.
„Wie eine Verbrecherbande plündert das iranische Regime Ressourcen, die eigentlich dem irakischen Volk zustehen”, sagte US-Finanzminister Scott Bessent.
Diese Maßnahme erweitert frühere Aktionen im Rahmen von Economic Fury, bei denen 344 Millionen an Tether (USDT) eingefroren wurden und fast eine halbe Milliarde USD an kryptowährungsbasierten Vermögenswerten mit Regimebezug beschlagnahmt wurden.
DOJ: Untersuchung zu 2,6 Milliarden USD in bärischen Öl-Investitionen
ABC News meldete parallel, dass DOJ und CFTC vier bärische Öl-Positionen untersuchen, die wenige Minuten bis Stunden vor Deeskalations-Ankündigungen während des Konflikts im Jahr 2026 platziert wurden.
LSEG-Daten zeigen:
- Eine Investition von 500 Millionen USD, 15 Minuten bevor Trump am 23. März Luftschläge aufschob,
- Ein Einsatz von 960 Millionen USD, Stunden vor der Waffenruhe am 7. April,
- 760 Millionen USD, unmittelbar vor Irans Erklärung zur Straße von Hormuz am 17. April, und
- 430 Millionen USD vor der Verlängerung der Waffenruhe am 21. April.
Die Daten nennen keine Trader namentlich.
Dieses Muster erinnert an Polymarket-Fälle, in denen Wallets wiederholt vor öffentlichen Nachrichten bei Iran-Entwicklungen Gewinn machten.
Die beiden Ermittlungen werfen damit dieselbe Frage für Öl- wie für Kryptomärkte auf. Offenbar könnten Informationen zu US-Präsident Trumps Iran-Entscheidungen schon vor ihrer offiziellen Bekanntgabe durchsickern.