12.05.2026, 20:49 Uhr

Undercover-Video zeigt Mitarbeiter des Weißen Hauses: US-Präsident Trump sei „gefährlich“

Der bekannte politische Aktivist und Journalist James O’Keefe hat diese Woche einen neuen Undercover-Bericht veröffentlicht. In diesem Bericht sind zwei Mitarbeiter des Weißen Hauses zu sehen, die sich kritisch über US-Präsident Donald Trump äußern und sich für seine Ablösung aussprechen.

Die Aufnahmen, die in O’Keefes Sendung „On The Inside” gezeigt werden, zeigen die beiden Männer in Gesprächen mit einer Undercover-Person, die laut O’Keefe als Verabredung über eine Online-Plattform arrangiert war.

Trump hatte angeblich keinen Anteil an einigen seiner politischen Entscheidungen

Maxim Lott, von O’Keefe Media als Sonderassistent des Präsidenten für das Domestic Policy Council bezeichnet, beschreibt in der Aufnahme, wie Entscheidungen im Council getroffen werden.

Lott sagt, dass manche Entscheidungen nicht direkt von Trump kommen, sondern von Mitarbeitern, die glauben, den Präsidenten gut genug zu kennen, um vorherzusagen, was er sagen würde.

Außerdem gibt er an, dass Trump möglicherweise nicht einmal weiß, dass das Domestic Policy Council an bestimmten Themen arbeitet.

Owen Shroyer, der die Sendung in O’Keefes Abwesenheit moderierte, argumentierte, dass das Material zeige, wie Mitarbeiter des Weißen Hauses die Innenpolitik mitgestalten, ohne dass US-Präsident Trump direkt eingebunden ist.

In der Aufnahme nennt Lott als Beispiel das Thema Spam-Anrufe. Laut Bericht hat das Domestic Policy Council an Möglichkeiten gearbeitet, wie man unerwünschte Telefonanrufe blockieren oder strafrechtlich verfolgen kann, basierend auf der Annahme, dass Trump entsprechende Maßnahmen unterstützen würde, ohne dass er dazu ausdrücklich Anweisung gegeben hat.

Am Ende der Sendung verlas Shroyer eine schriftliche Antwort von Lott. Lott bestritt dabei nicht, dass das Treffen stattgefunden hat, lehnte aber den Vorwurf ab, er würde gegen die Regierung arbeiten.

„Nichts von dem, was ich gesagt habe, steht im Widerspruch zu dieser Regierung. Ich bin weiterhin voll und ganz darauf fokussiert, dazu beizutragen, die Agenda umzusetzen”, hieß es in der Erklärung.

Ellistens angebliche Aussagen zu Trump, zum Ballsaal und zu Öl

Ellisten, laut O’Keefe Media ein leitender Haushaltsanalyst und Mittelmanager im Executive Office des Präsidenten, macht in dem Bericht deutlich kritischere Aussagen.

Er sagt dem Undercover-Journalisten, Trump sei „gefährlich” und erklärt, seine Kollegen wüssten nicht, dass er diese Meinung vertritt.

Der hochrangige Mitarbeiter soll angeblich gesagt haben: „Wir müssen Trump loswerden.”

In der Aufnahme sagt Ellisten offenbar, Trump sei verantwortungslos, weil er glaube, „nichts könne ihn aufhalten.”

„Er ist tatsächlich unbesiegbar, nichts kann ihn aufhalten. Und das ist gefährlich”, sagt Ellisten laut Transkript.

Der Bericht zeigt zudem Ellisten, wie er Haushaltsfragen innerhalb der Regierung anspricht.

Er äußert Bedenken bezüglich privater Spenden für die Renovierung des Ballsaals im Weißen Haus, vermutet, dass staatliche Gelder zum Umbau einer von Katar geschenkten Boeing 747 genutzt werden könnten, und stellt einen Zusammenhang zwischen möglichem Insiderhandel mit Bezug zur Iran-Politik und Ölpreisen her. Diese Aussagen sind im Bericht enthalten, wurden im Transkript jedoch nicht unabhängig überprüft.

Laut Aufnahmen behauptet Ellisten, dass Personen im Umfeld der Regierung finanziell von Kursbewegungen beim Rohöl profitieren, nachdem es zu Spannungen mit Iran gekommen ist. O’Keefe Media selbst kennzeichnet diese Aussagen als nicht verifiziert, aber als berichtenswert.

Politische Auswirkungen im Weißen Haus

O’Keefe Media hat das vollständige ungeschnittene Material bislang nicht veröffentlicht, und die Ausschnitte wurden nicht unabhängig überprüft.

Das Team gab an, in der Sendung versucht zu haben, beide Personen telefonisch zu erreichen. Ellisten gab keinen nennenswerten Kommentar ab, und Lotts schriftliche Erklärung stellt die einzige direkte Antwort eines der Betroffenen dar.

Die beiden Videos, die auf O’Keefes X (Twitter) Account veröffentlicht wurden, haben dazu geführt, dass Verbündete von Trump das Weiße Haus dazu auffordern, beide Mitarbeiter zu entlassen und eine Untersuchung durch einen Generalinspekteur oder den Kongress zur Reichweite solcher Ansichten innerhalb der Regierung zu starten.

Allerdings haben einige Nutzer auch darauf hingewiesen, dass Owen Shroyer dem Präsidenten gegenüber sehr kritisch eingestellt sei, seit er dessen Unterstützung für Israel, Angriffe auf Iran und nicht eingelöste „America First”-Versprechen ablehnt.

„Es macht keinen guten Eindruck, wenn Owen darüber berichtet. Ich glaube, die meisten werden seine Ablehnung gegenüber US-Präsident Trump nicht außer Acht lassen können”, betonte ein Nutzer.

Das Weiße Haus hat sich bislang nicht öffentlich zu den Aufnahmen geäußert.

Ob die Aufnahmen zu personellen Konsequenzen, offiziellen Ermittlungen oder wie mehrere frühere O’Keefe-Kampagnen folgenlos bleiben, dürfte davon abhängen, wie der Westflügel in den kommenden Tagen reagiert.