World Liberty Financial hat am Montag eine Klage wegen Verleumdung gegen Tron-Gründer Justin Sun eingereicht. In der Klageschrift wird Sun vorgeworfen, eine bezahlte Rufschädigungskampagne durchgeführt zu haben, um den Kurs des WLFI-Tokens zu drücken.
Das mit US-Präsident Trump verbundene Decentralized Finance (DeFi)-Projekt behauptet, Sun habe Presse, Influencer und Bots genutzt, um falsche Behauptungen nach dem Einfrieren seiner Token zu verbreiten. Sun wies die Klage zurück und bezeichnete sie als haltlose PR-Aktion.
Klage behauptet “Drive-to-Zero”-Kampagne
Die Klage wurde eingereicht am Eleventh Judicial Circuit Court für Miami-Dade County, Florida. World Liberty Financial fordert nicht näher bezifferte Schadensersatzansprüche und eine öffentliche Rücknahme von Sun.
Das Unternehmen sagt, dass Suns Beiträge dazu dienten, den Marktpreis von WLFI zu drücken. Der Token wurde am Montag bei etwa 0,06 USD gehandelt, das sind fast 12 % mehr als in den letzten 24 Stunden.
World Liberty Financial erklärte in der Ankündigung zur Klage, Sun habe offen gesagt, er wolle dem Projekt schaden.
„Suns Lügen hatten laut seinen eigenen Worten das Ziel, den Token-Kurs ‚in den Wertlosbereich‘ zu treiben”, schrieb WLFI auf X
Token-Einfrieren löste öffentlichen Streit aus
Der Streit begann, nachdem WLFI im September 2025 mithilfe von On-Chain-Kontrollen Wallets mit Bezug zu Sun sperrte. Das Projekt fror 540 Millionen nicht gesperrte Token sowie 2,4 Milliarden gesperrte WLFI, die zu Suns Organisationen gehörten, ein.
World Liberty Financial erklärte, dass Suns Unternehmen Blue Anthem Token entgegen der Investorenvereinbarung an Binance übertrug. Nach Auffassung des Unternehmens waren diese Übertragungen sowie mutmaßliches Leerverkaufen der Grund für das Einfrieren.
Sun investierte zuvor 30 Millionen USD in WLFI und erhöhte später seine Beteiligung auf etwa 75 Millionen USD.
Er reichte seinerseits Ende April eine eigene Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien ein, in der Betrug und Vertragsbruch behauptet wird.
Smart-Contract-Kontrollen im Mittelpunkt des Streits
Beide Seiten sind unterschiedlicher Meinung, ob die Einfrierfunktion von WLFI den Investoren klar offengelegt wurde. Sun behauptete, das Projekt habe eine Blacklist-Funktion im Smart Contract versteckt.
World Liberty Financial kontert, dass die Einfrierbefugnis sowohl in den Verkaufsbedingungen als auch in den Kaufverträgen von Sun offengelegt wurde. Das Projekt weist darauf hin, dass der Governance-Prozess von der Community gesteuert und transparent sei.
Der Preis von WLFI ist seit dem öffentlichen Bekanntwerden des Einfrierens im vergangenen Herbst stark gefallen. Der Token liegt jetzt mehr als 75 % unter seinem bisherigen Höchststand.
Nach Aussagen von Justin Sun ist die am Montag bekannt gegebene Klage von WLFI eine PR-Aktion, wobei der Tron-Chef sie als „haltlos” bezeichnete.
Die laufenden Klagen sorgen dafür, dass WLFI-Investoren zwei parallele Verfahren beobachten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Einfrierfunktion vertraglich offengelegt wurde. Auch wird geprüft, ob Suns Beiträge tatsächlich eine Verleumdung darstellen.