Die WHO hat wegen eines Hantavirus-Ausbruchs, der bereits drei Todesopfer auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius gefordert hat, global Alarm geschlagen. Bitcoin-Investoren erinnern sich an den Black Thursday im März 2020.
Die Parallele zum Beginn von COVID-19 weckt neue Zweifel an einer möglichen starken Reaktion des Krypto-Marktes.
Was ist das Hantavirus und warum ist es für die WHO ein Grund zur Sorge?
Das Hantavirus ist eine schwere Viruserkrankung, die über Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere übertragen wird. Die Todesrate kann in Amerika bis zu 50% erreichen, zudem gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische antivirale Behandlung.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) bestätigte gestern, dass sieben Personen an Bord der MV Hondius erkrankt sind, wobei es drei Todesfälle gibt, eine Person befindet sich in kritischem Zustand und drei weitere haben leichte Symptome. Das Kreuzfahrtschiff startete am 1.4.2016 in Ushuaia, Argentinien.
Das Besorgniserregendste stammt von der WHO selbst. Die Organisation schließt eine Übertragung von Mensch zu Mensch unter engen Kontakten an Bord des Kreuzfahrtschiffes nicht aus, auch wenn sie das allgemeine Risiko bisher als gering einstuft.
Eine 69-jährige Niederländerin ging am 24.4. in St. Helena von Bord und verstarb nach einem Flug nach Johannesburg. Die WHO verfolgt nun über 80 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, die denselben Regionalflug genutzt haben.
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Hantavirus, COVID-19 und Bitcoin: Parallelen und Unterschiede zum Black Thursday 2020
Für Bitcoin-Investoren weckt die Situation bittere Erinnerungen. Als die WHO am 11.3.2020 COVID-19 zur Pandemie erklärte, brachen globale Märkte ein.
Diese Episode wurde als „Black Thursday” im Krypto-Bereich bekannt. Bitcoin fiel auf Tiefs von etwa 4.000 USD und verlor in 48 Stunden über 50% seines Werts. Die gesamte Marktkapitalisierung halbierte sich innerhalb weniger Tage.
Das Narrativ von Bitcoin als „digitalem Gold” wurde vorübergehend erschüttert. Die Kryptowährung diente als Liquiditätsquelle, Investoren verkauften ihre Positionen zur Risikoreduzierung. Lediglich Gold und Staatsanleihen hielten der ersten Welle der globalen Panik teilweise stand.
Jedoch zeigte Bitcoin danach eine historische Erholung. Es dauerte nur eineinhalb Monate, um den nach dem Crash am 12.3. verlorenen Kurs wiederzugewinnen, was eine der größten bullischen Rallyes der jüngeren Geschichte auslöste.
Das aktuelle Umfeld unterscheidet sich von jenem, das den Black Thursday ausgelöst hat. Die WHO bewertet das globale Risiko des Hantavirus als gering und auf das Kreuzfahrtschiff begrenzt, zudem ist bisher keine Übertragung außerhalb des Schiffs bekannt.
Das Hantavirus wird auch nicht so leicht übertragen wie SARS-CoV-2. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind sehr selten und erfordern engen Kontakt. Das senkt das Risiko einer globalen Pandemie, die Wirtschaften lahmlegen könnte, deutlich.
Bitcoin ist heute zudem deutlich weiterentwickelt. Große Unternehmens-Treasuries, genehmigte Spot-ETFs, eine strategische Reserve der US-Regierung und ein stärkerer institutioneller Anteil zeichnen das Bild, während es im März 2020 noch ein Rand-Asset war.
Dennoch beobachten Trader die Lage genau. Eine Verschärfung des Ausbruchs oder weitere Todesfälle könnten eine kurzfristige Risikoaversion an den Märkten auslösen, was sich zunächst vor allem auf volatile Vermögenswerte wie Bitcoin und weniger liquide Altcoins auswirken dürfte.
„Um Himmels willen, lasst BTC doch mal einen Monat steigen – ohne Krieg oder Coronavirus“, rief onchainmonk auf X aus.
Worauf sollten Investoren jetzt achten?
Entscheidend wird das Tempo der medizinischen Reaktion sein. Kann die WHO den Ausbruch eindämmen und dauerhafte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen ausschließen, dürfte der Einfluss auf Finanz- und Kryptomärkte begrenzt und nur sehr kurz zu spüren sein.
Im umgekehrten Fall würde eine globale Ausbreitung sofort makroökonomische Unsicherheit verursachen. Bitcoin könnte dann einen anfänglichen Schock wie im März 2020 erleben, wobei Tiefe und Dauer von der geldpolitischen Reaktion und dem aktuellen institutionellen Kapitalzufluss abhängen werden.