13.05.2026, 13:30 Uhr

US-PPI steigt im April 2026 auf 6%: Fed-Zinssenkungen geraten unter Druck

Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Endnachfrage ist im April 2026 um 6% gestiegen, das ist der höchste Wert seit Januar 2023. Das Ergebnis lag damit deutlich über der Prognose von 4,9%.

Der monatliche Anstieg betrug 1,4%, fast drei Mal so viel wie die erwarteten 0,5%, während der Kern-PPI im Monat um 1% stieg. Beide Werte, sowohl der reguläre als auch der Kernwert, stehen jetzt auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.

Dienstleistungen sorgten für den Anstieg im April

Die Endnachfrage für Dienstleistungen stieg um 1,2%, das ist der stärkste monatliche Zuwachs seit März 2022. Laut BLS waren diese Zuwächse für etwa 60% des gesamten Anstiegs verantwortlich.

Die Margen für Handel mit Dienstleistungen stiegen um 2,7%, während die Preise für Transport und Lagerhaltung um 5% zulegten. Die Nachfrage nach Waren stieg um 2%, wobei Energie um 7,8% und die Benzinpreise um 15,6% anstiegen.

Die engste Kernkennzahl, die Nahrungsmittel, Energie und Handel mit Dienstleistungen ausschließt, ist im Monat um 0,6% und im Jahresvergleich um 4,4% gestiegen. Das ist nahe dem höchsten Wert seit Anfang 2023.

Die Energiepreise trugen stark zum Anstieg bei, da der Iran-Krieg die Preise für Rohöl und raffinierte Produkte nach oben getrieben hat. Der breite Anstieg bei Dienstleistungen deutet zudem auf anhaltenden Preisdruck hin, was erneute Zuversicht auf Stagflation schürt, wie schon zuletzt zu beobachten war.

Märkte passen Erwartungen an die Fed an

Nach der Veröffentlichung stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen. Die Rendite für 30-jährige Anleihen legte auf 5,042% zu und lag damit knapp unter dem Höchststand der letzten 19 Jahre.

10-jährige US-Staatsanleihen-Renditen.
10-jährige US-Staatsanleihen-Renditen. Quelle: TradingView

Bond-Trader kalkulierten erneute Risiken für Zinserhöhungen der Fed ein, und Goldman Sachs hat seine nächste Zinssenkungsprognose auf Dezember 2026 verschoben.

Die Aktien-Futures gaben nach der Veröffentlichung nach. Der USD wurde gegenüber anderen wichtigen Währungen stärker, da die Zinsunterschiede den USD stützten.

„Sowohl die Inflation bei Verbraucherpreisen (CPI) als auch bei Erzeugerpreisen (PPI) liegt jetzt offiziell auf dem höchsten Stand seit mehr als 3 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen steigt”, so Analysten des Kobeissi Letter.

Ob die Federal Reserve jetzt einen restriktiveren Kurs einschlägt, wird die Richtung für risikoreiche Vermögenswerte in den nächsten Sessions bestimmen. Ein anhaltender Anstieg der Produktionskosten könnte die Inflation für Verbraucher bis in die zweite Jahreshälfte 2026 weiter antreiben.