Bitcoin (BTC) hat erstmals seit drei Monaten wieder die Marke von 80.000 USD überschritten. Analysten bewerten diese Rallye allerdings unterschiedlich. Einige sehen darin einen bullischen Stresstest, andere erwarten weitere Kursrückgänge.
Die Diskussion dreht sich dabei um die Beteiligung, die Gewinnmitnahmen und die aktuellen Entwicklungen am Spotmarkt. Jeder Analyst sieht zwar denselben Anstieg über 80.000 USD, zieht jedoch unterschiedliche Schlüsse für die Zukunft von Bitcoin.
Warum die Bitcoin-Rallye Sorgen auslöst
In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) hebt Santiment eine deutliche Diskrepanz hervor. Die Anzahl täglich aktiver Bitcoin-Wallets liegt aktuell bei etwa 531.000, während täglich rund 203.000 neue Wallets erstellt werden.
Beide Werte befinden sich auf einem Tiefstand der letzten zwei Jahre, obwohl der Kurs von BTC in den vergangenen fünf Wochen um 22% gestiegen ist.
„Der historische Blick auf die Daten von Santiment zeigt: Wenn Kurssteigerungen nicht von einer stärkeren Beteiligung auf der Blockchain begleitet werden, sind sie meist nicht nachhaltig. Es fehlt schlichtweg an ‚Kaufkraft’“, heißt es im Beitrag. „Paradoxerweise können Tiefstände bei der Netzwerkaktivität ein Zeichen dafür sein, dass Bitcoin bereit für eine deutlich größere Bewegung ist. Geringe Aktivität markiert häufig das Ende der Apathie und nicht ihre Fortsetzung.“
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Michael Nadeau, Gründer von The DeFi Report, hebt ebenfalls ein bärisches Signal hervor. Nadeau stellte fest, dass sich das BTC-Spot-Volumen-Delta im aktuellen Bärenmarkt erst zum zweiten Mal ins Positive gedreht hat.
Das deutet darauf hin, dass Käufer auf dem Spotmarkt aggressiver werden als Verkäufer. Dennoch betonte Nadeau, dass in früheren Bärenmärkten nach einem solchen Signal oft eine erneute Korrektur folgte.
„Im Jahr 22 gab es vier bedeutende Ausverkäufe, bei denen Verkäufer die Preisfindung kontrollierten. Der dritte Ausverkauf ereignete sich etwas mehr als sieben Monate nach Beginn des Bärenmarkts, der letzte nach über zwölf Monaten. Wir befinden uns nun im siebten Monat des aktuellen Bärenmarkts. Wir haben gerade eine Serie von Short-Liquidationen gesehen, die den Preis an einen wichtigen Widerstand geführt haben, und die Finanzierungsraten sind nun positiv“, so Nadeau.
Die bullische Sicht auf Bitcoin bei 80.000 USD
Andererseits meldete Santiment am Sonntag einen realisierten Nettogewinn von 207,56 Millionen USD — die stärkste monatliche Spitze. Laut Santiment ist dies ein Stresstest, denn Bitcoin überschritt die Marke von 80.000 USD trotz kräftigen Angebots.
„Wenn während eines Kursanstiegs viele Gewinne mitgenommen werden, ist das in der Regel ein bullisches Signal, dass der Aufwärtstrend anhalten kann“, schrieb das Unternehmen in seinem Beitrag.
Auch Darkfost stärkte die bullische Lesart. Die Zuflüsse von kurzfristigen Haltern (STH), die Gewinne machen, lagen bei etwa 13.000 BTC. Die wöchentlichen STH-Zuflüsse bei Binance erreichten 36.500 BTC. Dies gehört zu den niedrigsten Werten des aktuellen Zyklus.
„Auch wenn die Nachfrage aktuell nicht besonders stark ist, trägt dieser Rückgang des Verkaufsdrucks dennoch dazu bei, dass Bitcoin sich über der Marke von 80.000 USD behaupten kann“, postete er.
Schließlich blickt der Analyst Plan C auf das große Ganze. Demnach sei die aktuelle Kursentwicklung Teil eines Bitcoin-Superzyklus, der am Tiefpunkt von 16.000 USD im November 2022 begonnen habe. Er rechnet mit einem Höchststand von über 250.000 USD Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028.
Aktuell bildet die 80.000-USD-Marke den Mittelpunkt von vier konkurrierenden Narrativen. Welche dieser Thesen sich durchsetzt, wird die kommende Kursentwicklung zeigen.
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