Die Aktie von Strategy geht heute Abend mit einem Ausbruch aus einer inversen Kopf-Schulter-Formation in die Q1-Gewinnbekanntgabe, nachdem sie im vorbörslichen Handel bereits 47% seit den Tiefs im Februar gestiegen ist.
Der Optionsmarkt hat sich von defensiv auf bullisch gedreht. Die Analysten heben ihre Kursziele weiter an. Es gibt jedoch Bedenken beim Handelsvolumen, und eine wichtige technische Linie begrenzt weiterhin die Erholung. Zudem hat Michael Saylor vor den Quartalszahlen den Kauf von Bitcoin gestoppt. Der Ausbruch erfolgt dennoch. Die Frage ist, ob die heutigen Zahlen ihn untermauern können.
Strategy-Aktie zeigt eine inverse Kopf-Schulter-Formation seit den Februar-Tiefs
Die Strategy-Aktie (NASDAQ: MSTR) hat sich seit dem Bericht über einen Verlust je Aktie von 42,93 USD am 5. Februar 2026 um etwa 47% erholt. Damals führte der Rückgang des Bitcoin-Kurses zu massiven Wertberichtigungen in den Quartalszahlen. Die Erholung seit diesem Tief hat ein bekanntes bullisches Umkehrmuster gebildet: eine inverse Kopf-Schulter-Formation.
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Die Nackenlinie des Musters liegt etwas unter dem Schlusskurs vom 4. Mai. Obwohl der Kurs der Strategy-Aktie fast über dieser Nackenlinie notiert, deutet ein langer Docht aktuell auf ein Nachlassen der Dynamik hin.
Das Muster ist klassisch bullisch aufgebaut. Inverse Kopf-Schulter-Formationen lösen sich erfahrungsgemäß nach oben auf, wenn die Nackenlinie bei steigendem Volumen bricht. Die Zielprojektion von der Tiefe des Kopfes zur Nackenlinie ergibt dabei ein Potenzial von über 80% Kursanstieg über das aktuelle Niveau hinaus.
Das Problem liegt beim Volumen.
Obwohl der Kurs der MSTR-Aktie zwischen Anfang Februar und Anfang Mai gestiegen ist, blieb das tägliche Handelsvolumen rückläufig. Bullische Umkehrmuster benötigen anziehendes Volumen zur Bestätigung der Marktteilnahme. Die Struktur beim Preis ist da, aber das Volumen passt nicht dazu.
Das Chartmuster deutet in die eine Richtung, das Volumen in die andere. Wie die Aktie heute auf die Quartalszahlen reagiert, entscheidet, welches Signal gewinnt.
Optionsmarkt und Analysten zeigen: Die bullische Erwartung ist bereits eingepreist
Die Veränderung der Optionspositionen zwischen den Zahlen vom Februar und den heutigen zeigt, wie stark die erwartete Erholung schon im Kurs der Strategy-Aktie berücksichtigt ist.
Am 5. Februar, als die Aktie von Strategy mit 106,99 USD vor den Q4-Zahlen schloss, lag das Put-Call-Volumenverhältnis bei 1,66. Trader setzten auf fallende Kurse, was nach der Bekanntgabe eines Gewinnverlusts von 42,93 USD pro Aktie bestätigt wurde.
Vor der heutigen Bekanntgabe ist das Verhältnis auf 0,60 zurückgegangen, bei einem Aktienkurs von 183,80 USD. Der Optionsmarkt, der das Q4-Desaster vorhergesehen hatte, ist jetzt auf eine positive Q1-Wende eingestellt. Ein Verhältnis von 0,60 zeigt, dass deutlich mehr Calls als Puts gekauft werden, also eine klare Verschiebung von defensiv zu offensiv.
Die Preisgestaltung der Optionen ist vor den Zahlen teuer geworden, was darauf hinweist, dass Trader mit einer starken Kursbewegung in beide Richtungen rechnen. Die implizite Volatilität, die misst, wie groß die erwartete Bewegung im Kurs ist, liegt bei 74,42%.
Die Analysten an der Wall Street haben ihre Kursziele nacheinander angehoben. Am 29. April erhöhte B. Riley das Ziel von 188 auf 200 USD und bestätigte die Kaufempfehlung. Am 21. April hat Cantor Fitzgerald sein Ziel von 192 auf 212 USD angehoben und ebenfalls „Kaufen“ bestätigt.
Die bullische These stützt sich auf die Bitcoin-Bilanzierung zum Marktwert. Strategy hält 818.334 BTC bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 75.537 USD. Da Bitcoin aktuell über 80.000 USD handelt, liegt der nicht realisierte Gewinn bei etwa 3,7 Milliarden USD. Dieser Gewinn gleicht den Verlust aus Q4 direkt in den Q1-Zahlen aus.
Allerdings hat Michael Saylor vor der Veröffentlichung den Bitcoin-Kauf gestoppt. Diese Pause ist ungewöhnlich. Möglicherweise geht es um das Schonung von Bargeld, Anpassungen an der Kapitalstruktur oder Herausforderungen beim Finanzierungsmodell. Optionsmarkt und Analysten sehen die Rallye als gerechtfertigt an. Saylors Pause signalisiert jedoch Vorsicht.
Kursmarken der Strategy-Aktie definieren die Reaktion auf die Quartalszahlen
Die Aktie von Strategy wird für 183,80 USD gehandelt und liegt damit genau an der Nackenlinie des umgekehrten Kopf-Schulter-Musters bei 186,46 USD. Diese Nackenlinie ist nach den Zahlen von heute Abend die nächste wichtige Hürde.
Obwohl die zuvor besprochene Volumenabweichung die Nackenlinientheorie schwächt, sorgt das mögliche EMA-Kreuz für einen bullischen Aspekt. Ein Exponential Moving Average (EMA) ist eine gleitende Durchschnittslinie, bei der neuere Kurse stärker gewichtet werden. Zurzeit nähert sich die 20-Tage-EMA-Linie der 100-Tage-EMA-Linie an. Dieses bullische Signal kann den Kurs der MSTR-Aktie über die 200-Tage-EMA-Linie treiben.
Ein klarer Ausbruch über die 200-Tage-EMA öffnet den Weg zum 0,618er Fibonacci-Level bei 205,29 USD, zum 0,786er Fibonacci-Level bei 218,69 USD und zum 1,0-Fibonacci-Level bei 235,77 USD. Momentan wird das 0,786-Fibonacci-Level als härtester Widerstand angesehen, da es über den wichtigsten Analystenzielen liegt. Das Ziel laut Chartmuster liegt bei 338,91 USD.
Die Kursniveaus nach unten zeigen, wie ein Scheitern aussehen kann. Ein Tagesschluss unter 186,46 USD macht den Ausbruchsversuch ungültig und lässt den Kurs zurück zum 0,236er Fibonacci-Level bei 174,81 USD fallen.
Die Entscheidung hängt nur von diesen Marken ab. Wird die Nackenlinie über 186,46 USD bestätigt, kann der Kurs im Verlauf der nächsten Wochen bis 218,69 USD steigen. Ein Schlusskurs unter 174,81 USD zerstört das Muster. Das Ergebnis heute Abend gibt die Richtung für den Chart ab Mittwoch vor.