Starbucks (SBUX) ist seit dem Börsengang im Jahr 1992 um etwa 40.000% gestiegen. Ein Ticket über 10.000 USD wurde dadurch fast vier Millionen USD wert.
Am Freitag teilte das Unternehmen, das für diese Entwicklung verantwortlich ist, 300 weiteren Angestellten im Management mit, dass sie gehen müssen. Zudem gab es eine Restrukturierungsaufwendung in Höhe von 400 Millionen USD. Trotzdem stieg der Aktienkurs. Für die Wall Street war das die richtige Entscheidung.
Eine Steigerung um das 408-Fache basierend auf einer 5-Dollar-Gewohnheit
Starbucks ging am 26. Juni 1992 zu 17 USD pro Aktie an die Börse. Nach sechs 2-zu-1-Aktiensplits entspricht das etwa 0,26 USD pro Anteil. Am Freitag schloss die Aktie bei etwa 106,79 USD, womit der Börsenwert bei rund 121,7 Milliarden USD lag.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt jetzt ungefähr 408-mal höher als zum Börsengang, noch bevor die Dividendenrendite von 2,32% berücksichtigt wird.
Für Krypto-Trader bedeutet das, dass Bitcoin ungefähr das 400-Fache des aktuellen Bitcoin-Kurses erreichen müsste, um das Wachstum von Starbucks zu erreichen.
Diese Entwicklung hat den Crash von 2008, die pandemiebedingten Schließungen und die Inflationsschocks 2022 überstanden. Auch zwei CEO-Wechsel und eine mehrjährige Flaute bei den Verkaufszahlen in bestehenden Filialen konnten dem Wachstum nichts anhaben.
SBUX liegt seit Anfang 2026 um 26% im Plus. Das zeigt unter anderem, dass selten so ausgeht, wie es auf Twitter erwartet wird.
Die Wende hinter dem neuen Rekord
Niccols „Back to Starbucks”-Plan hat sich letzten Monat endlich positiv in den Zahlen gezeigt. Der Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 ist um 9% auf 9,53 Milliarden USD gestiegen und lag damit über den Erwartungen.
Die globalen Verkaufszahlen in bestehenden Filialen stiegen um 6,2%. In Nordamerika gab es ein Plus von 7,1% durch einen Anstieg der Transaktionen um 4,4%. Es war das erste Quartal seit über zwei Jahren, in dem sowohl Umsatz als auch Gewinn gewachsen sind.
Das Management hat die Prognose für das Gesamtjahr auf mindestens 5% Wachstum bei den Verkaufszahlen in bestehenden Filialen angehoben, vorher waren es 3%. Zudem soll es im Geschäftsjahr 2026 weiterhin 600 bis 650 neue Kaffeebars geben.
Inzwischen gibt es weltweit mehr als 41.000 Filialen. Ein Verkauf des Gemeinschaftsunternehmens in China brachte zusätzlich etwa 3,1 Milliarden USD an Liquidität — genau die Art von unspektakulären Infrastrukturmaßnahmen, die Krypto immer wieder zu imitieren versucht.
Die Entlassungen, die an der Wall Street gut ankamen
Am 15. Mai kündigte Starbucks an, 300 Arbeitsplätze in den USA im Bereich Marketing, Personal und Lieferkette abzubauen und einige regionale Büros zu schließen. Die Mitarbeitenden in den Kaffeebars sind davon nicht betroffen.
Die Maßnahme führt zu weiteren Restrukturierungskosten von 400 Millionen USD. Davon entfallen 280 Millionen USD auf Abschreibungen langfristiger Vermögenswerte und 120 Millionen USD auf Abfindungen.
Für Niccol ist es die dritte solche Maßnahme, seit er im Unternehmen ist. Jim Cramer bezeichnete das Vorgehen bei CNBC als einen gezielten Schritt.
„Er hat immer wieder gesagt, dass die Größe angepasst werden muss. Jetzt passiert es. Er zieht es durch”, berichtet CNBC unter Berufung auf Cramer.
Die Aktie von SBUX wird weiterhin mit dem etwa 81-Fachen des Gewinns bewertet, was voraussetzt, dass das starke Wachstum anhält.
Die nächste Phase der Erfolgsgeschichten globaler Konsumgüter an der Börse, die nun an die letzten 34 Jahre anschließt, hängt davon ab, ob Niccols Margen-Anpassung in wirklichen Erfolg umgewandelt wird oder ob es sich nur um einen teuren Verteidigungsversuch eines bereits stark nachgefragten Titels handelt.
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