Bitcoin (BTC) ist am Dienstag wieder über 82.000 USD gestiegen und holt damit einen Stand auf, der zuletzt Ende Januar erreicht wurde. Jim Cramer von CNBC sagte, dass sich US-Aktien genügend abgekühlt hätten, um einen weiteren Anstieg zu ermöglichen.
Der Bitcoin-Kurs lag auf Binance bei etwa 82.450 USD, was einem Plus von rund 1,9 % an diesem Tag entspricht. Cramer nannte die Bereiche Computer-KI, Finanzunternehmen, Reisen und Freizeit sowie den Wiederaufbau im Nahen Osten mit US-Herstellern als mögliche Gewinner, wenn die Rallye weitergeht.
Cramers Reset trifft, während Bitcoin seine Erholungsmarke testet
Cramers Warnung Mitte April, dass US-Märkte extrem überkauft seien, hat sich geändert. Nun sagt der CNBC-Moderator, Aktien seien nicht mehr überbewertet und könnten weiter steigen.
Seine Sektorenliste wird von Computer- und KI-Infrastruktur angeführt. Finanzunternehmen, Reisen und Freizeit sowie US-Hersteller mit Bezug zum Wiederaufbau im Nahen Osten runden seine Auswahl ab.
Diese Einordnung passt zu Cramers früheren Aussagen über den Einfluss des KI-Ausbaus auf führende Aktien.
„Die computergetriebene Wirtschaft kümmert sich wenig um Öl oder Zinsen”, sagte Cramer.
Für Bitcoin-Halter ist seine Anpassung der Einschätzung wichtig, da der Bitcoin-Kurs in diesem Zyklus eng mit risikoaffinen US-Assets verbunden war.
Spot-Bitcoin-ETFs konnten im April 2,44 Milliarden USD an Zuflüssen erzielen, das ist der stärkste Monatswert seit Oktober 2025.
BTC holt sich nach Monaten die Unterstützungszone des Bullenmarktes zurück
Der Anstieg über 80.000 USD am 4. Mai war der erste seit dem 31. Januar. Bitcoin hatte dieses Niveau im Jahr 2026 bereits zweimal getestet und wurde jeweils abgewiesen.
Mit dem erneuten Anstieg liegt der Kurs zudem wieder über dem Bullenmarkt-Support, der seit November 2025 jede Erholungsbewegung begrenzt hatte. Analysten sehen diese Zone als Grenze zwischen Bärenmarkt und Bullenmarkt.
Der 200-Tage-EMA bei rund 82.108 USD befindet sich knapp unter dem aktuellen Kurs. Wenn Bitcoin dieses Niveau bei Tagesschluss hält, wäre es die erste Rückeroberung seit Beginn des Rückgangs nach dem Allzeithoch Ende 2025.
Der tägliche RSI(14) beträgt 71,30, was sich gerade noch im überkauften Bereich befindet. Dieses Signal zeigt frische Dynamik, erhöht aber auch das Risiko kurzfristiger Korrekturen.
Inverse-Cramer-Diskussionen und makroökonomische Skeptiker
Reaktionen auf Cramers Einschätzung beziehen sich vielfach auf den Inverse-Cramer-Handel. Trader verweisen unter anderem auf kürzliche Volatilität an Nasdaq und S&P 500, was Zweifel an der technischen Stabilisierung nährt.
Diese Skepsis ist nicht neu. Cramers Wechsel zwischen bullisch und bärisch bei Bitcoin machen seine Prognosen für Teile der Community zu einem konträren Indikator.
Das Thema Naher Osten bringt zusätzliche Unsicherheiten. Die Regierung von US-Präsident Trump hat Kuwait, Bahrain und die VAE vorgeschlagen, US-Unternehmen für den Wiederaufbau zu beauftragen. Laut Rystad Energy werden die Kosten allein für den Energiebereich auf rund 25 Milliarden USD geschätzt.
Der gesamte Wiederaufbau am Golf, der mit den Folgen der Hormus-Krise verbunden ist, könnte laut Branchenschätzungen in den nächsten zehn Jahren zwischen 100 Milliarden und 250 Milliarden USD kosten.
Laut Cramer sind US-Hersteller gut positioniert, um von diesem Investitionsstrom zu profitieren.
Die nächste Bewährungsprobe für den Bitcoin-Kurs ist, ob das Niveau des 200-Tage-EMA bis zum Wochenende gehalten werden kann.
Ein Tagesschluss darüber würde Cramers risikofreudige Sichtweise für die bullische Seite bestätigen. Ein Rückgang darunter gäbe den Inverse-Cramer-Vertretern einen weiteren Hinweis.