17.05.2026, 20:39 Uhr

Kenia: Polizei nimmt mutmaßlichen Drahtzieher von 431.000 USD USDT Fake-Gold-Betrug fest

Kenianische Ermittler haben Mildred Kache festgenommen, die mutmaßliche Drahtzieherin eines gefälschten Goldhandels, bei dem ein US-amerikanischer Investor 431.380 USDT verlor. Dies teilte das Directorate of Criminal Investigations (DCI) am Sonntag mit.

Kache wurde in den Crystal Villas in Kilimani, Nairobi, gestellt. Ihr mutmaßlicher Komplize, Ibrahim Yusuf Mohamed, floh, bevor die Beamten das Anwesen erreichten, und ließ einen schwarzen Mercedes-Benz E50 zurück, der nun als Beweis dient.

So lief der mutmaßliche Betrug ab

Die Verdächtigen erklärten dem Investor, sie könnten 400 Kilogramm Goldbarren liefern. Der Investor reiste nach Nairobi, um den Vertrag zu unterzeichnen und überwies daraufhin das Geld auf Bankkonten, die von der Gruppe kontrolliert wurden, so die Auskunft der DCI.

Nachdem das Geld eingegangen war, nahmen die mutmaßlichen Händler keine Anrufe mehr entgegen. Gold wurde nie verschickt. Das Opfer meldete daraufhin den Verlust, und Ermittler verfolgten forensische Spuren zu dem Apartment in Kilimani, wo Kache, die auch den Namen Sabreena Ayesha nutzt, festgenommen wurde.

Der Unterschied hätte auffallen sollen. Bei aktuellen Kursen wären 400 Kilogramm Gold deutlich mehr wert als 431.380 USDT, das sind fast 54 Millionen USD. Diese Abweichung hoben mehrere Beobachter unter dem DCI-Beitrag hervor.

Kache befindet sich im DCI-Regionalbüro Nairobi in Gewahrsam und wartet auf die Anklage. Die Ermittler verfolgen Mohamed weiter aktiv und versuchen, die gestohlenen Gelder zurückzuverfolgen.

Ein bekanntes Muster in Nairobi

Kilimani steht immer wieder im Zusammenhang mit ähnlichen Betrugsfällen mit ausländischen Investoren. Das Vorgehen ändert sich dabei kaum.

Die Betreiber inszenieren professionelle Treffen, erstellen gefälschte Verträge und verschwinden, sobald das Geld eingegangen ist. Dieses Muster ist bei vielen Betrugsfällen dokumentiert.

Stablecoins stehen im Mittelpunkt des Vorgehens. Ermittler bezeichnen USDT als bevorzugten Stablecoin für internationale Betrügereien, da Überweisungen innerhalb weniger Minuten erfolgen und schwer rückgängig zu machen sind.

Stablecoin-Nutzung bei Straftaten 2024. Quelle: Bitrace
Stablecoin-Nutzung bei Straftaten 2024. Quelle: Bitrace

Kenia arbeitet zudem an seinem ersten eigenen Kryptogesetz, das die Meldepflichten bei verdächtigen Transaktionen ausweiten soll.

Der nächste wichtige Termin ist Kaches erster Auftritt vor Gericht. Ob ein Teil der 431.380 USDT auf der Blockchain eingefroren werden kann, wird wahrscheinlich entscheidend dafür sein, wie viel der Geschädigte zurückbekommt.