13.05.2026, 17:03 Uhr

Ledger und Kraken verschieben beide ihren US-Börsengang, Kryptos Welle an öffentlichen Listings für 2026 stockt

Der französische Hersteller für Hardware-Wallets, Ledger, hat den geplanten US-Börsengang gestoppt. Damit folgt das Unternehmen dem Beispiel von Kraken, was die Liste der erwarteten Börsengänge in der Krypto-Branche für 2026 weiter verkleinert.

Personen mit Kenntnis des Vorgangs berichten, dass Ledger bislang keine vertrauliche S-1 bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht hat, also den formalen ersten Schritt für eine US-Listung. Daher prüft Ledger nun alternativ eine private Kapitalaufnahme.

Weniger geplante Börsengänge für 2026

Ledger hatte Anfang dieses Jahres Goldman Sachs, Jefferies und Barclays damit beauftragt, eine mögliche Notierung in New York zu begleiten. Dabei wurde das Unternehmen mit über 4 Milliarden USD bewertet.

Durch die Pause wird dieser Auftrag vorerst nicht weiterverfolgt, zudem entfällt damit einer der am meisten erwarteten Börsengänge der Krypto-Branche im Jahr 2026.

Kraken .

Die Kosten, privat zu bleiben

Das Pausieren hat Folgen. Bestehende Anleger und Beschäftigte von Ledger können kurzfristig keinen Börsenausstieg erzielen. Daher bleibt der Verkauf von Anteilen am Sekundärmarkt die wichtigste Möglichkeit für Liquidität.

Ledger hat im März diesen Weg genutzt und Anteile im Wert von 50 Millionen USD verkauft. Allerdings bieten private Finanzierungsrunden meist nicht das Volumen wie die öffentlichen Märkte.

BitGo ist das einzige Krypto-Unternehmen, das in diesem Jahr einen US-Börsengang abgeschlossen hat. Die Aktie startete im Januar bei 18 USD pro Stück und wird aktuell bei etwa 12 USD gehandelt – über 30% unterhalb des Ausgabepreises.

BitGo Holdings (BTGO) Aktienkursentwicklung
BitGo Holdings (BTGO) Aktienkursentwicklung. Quelle: TradingView

Diese Entwicklung zeigt den Wettbewerbern deutlich, warum sie abwarten und die Investitionsbereitschaft am Markt nicht testen.

Ledger wächst weiter

Trotzdem baut das Unternehmen mit Sitz in Paris seine US-Geschäfte aus, unter anderem mit der Einstellung eines Chief Financial Officer von Stablecoin-Anbieter Circle. Zudem entwickelt Ledger Verwahrungslösungen für Banken.

Ledger wurde 2014 gegründet und sichert nach eigenen Angaben Kryptowährungen von Kunden im Wert von über 100 Milliarden USD.

Ob die Börsengänge in der zweiten Hälfte von 2026 wieder zunehmen, hängt von den Token-Kursen, dem Handelsvolumen und der Entwicklung des nächsten Krypto-nahen Börsengangs ab.

Bis dahin bleibt Ledger privat und die gesamte Branche wartet weiterhin ab.