Revolut stellte am Montag eine physische Krypto-Debitkarte in Aussicht, aber der lockere Tweet verdeckt eine breitere Strategie, da das britische Fintech-Unternehmen sein Geschäft stärker auf Unternehmenskunden, gehebelten Handel und private Vermögensverwaltung für seine Plattform mit 70 Millionen Nutzern ausrichtet.
Die Ankündigung der Karte erfolgte wenige Tage, nachdem Revolut neue Genehmigungen von der Financial Conduct Authority (FCA) erhalten hat. Zudem erklärte CEO Nik Storonsky, Geschäftskundenbanking sei derzeit die wichtigste interne Priorität des Unternehmens.
Ankündigung der Krypto-Karte verdeckt weiterreichende Pläne
Der offizielle Revolut-Account schrieb, man habe möglicherweise die erste physische Krypto-Karte herausgebracht, was scherzhaft gemeint ist, da das Unternehmen dieses Angebot bereits seit 2024 bereitstellt.
Die Karte ist mit dem Krypto-Guthaben eines Nutzers verbunden. Bei einer Zahlung werden die Kryptowährungen zum aktuellen Kurs in Fiat-Währung umgerechnet. Revolut verwahrt die Vermögenswerte und die Guthaben sind nicht durch britische Einlagensicherungssysteme geschützt.
Der lockere Ton passt zu einer aktiven Produktentwicklung. Trust Wallet hat kürzlich Revolut Pay für den sofortigen Kauf von Token integriert.
Das Unternehmen hat zudem erteilt.
FCA-Genehmigung, Vermögensverwaltung und eine neue “P0”-Priorität
Am 14. Mai hat die FCA Revolut Trading eine Erweiterung der Genehmigungen erteilt. Diese umfasst gehebelte Investitionsprodukte, diskretionäre Portfoliosteuerung sowie Beratungsleistungen.
Victoria Laffey, Leiterin des operativen Bereichs bei Revolut Trading, erklärte, durch die Erlaubnis seien Investitionen, Beratung und Portfoliomanagement nun in einer einzigen Revolut-App verfügbar.
Revolut plant außerdem, diesen Sommer eine Privatbank im Vereinigten Königreich zu starten. Die Mindestanlagesumme liegt bei 500.000 Pfund. Das Angebot richtet sich an vermögende Kunden, die sich zwischen Retail-Apps und klassischen Häusern wie Coutts bewegen. Coutts hat seinen Mindestbetrag kürzlich auf 3 Millionen Pfund erhöht.
Eine angebliche interne Slack-Nachricht von Storonsky machte Geschäftskunden-Banking zur „P0″-Priorität und versprach jedem Mitarbeiter 1.000 Pfund (1.300 USD) für jeden neuen Kundenzugang eines Unternehmens.
Revolut Business zählt etwa 767.000 Kunden, was ein Anstieg um 33% im Jahresvergleich bedeutet, und erwirtschaftet rund 16% des Konzernumsatzes.
Ab 2027 möchte das Unternehmen das Geschäftskunden-Banking in jedem neuen Markt parallel zur Retail-App anbieten, was den Druck auf etablierte Anbieter erhöhen könnte, die durch das Wachstum von Fintechs bereits Marktanteile verlieren.
Storonsky stellt einen Börsengang (IPO) frühestens für 2028 in Aussicht und strebt eine Bewertung zwischen 150 Milliarden und 200 Milliarden USD an.
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Die nächste Herausforderung wird sein, ob die Ankündigung der Karte, die Vermögensverwaltungslizenz und der Fokus auf Geschäftskunden zu der Querverkaufs-Dynamik führen, an der sich Retail-Banken bisher die Zähne ausgebissen haben. Für die 70 Millionen Revolut-Nutzer wird sich die Antwort schrittweise zeigen – eine Produktkarte nach der anderen.