Die Aktie von The Trade Desk ist heute erneut eingebrochen, nachdem Investoren negativ auf den aktuellen Quartalsbericht und die schwache Umsatzprognose reagierten.
Das Adtech-Unternehmen meldete einen Umsatz von 689 Millionen USD für das erste Quartal, ein Anstieg um 12% im Vergleich zum Vorjahr. Zwar zeigt sich damit weiterhin Wachstum, allerdings genügt dies nicht für ein Unternehmen, das einst als einer der stärksten Gewinner im digitalen Werbemarkt galt.
Das größere Problem waren Gewinn und Ausblick. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,28 USD und damit unter den Erwartungen der Analysten von etwa 0,32 USD.
Das Unternehmen stellte zudem mindestens 750 Millionen USD Umsatz im zweiten Quartal in Aussicht, womit es unter den Marktschätzungen bleibt.
Die Prognose deutet an, dass das Wachstum auf etwa 8% im nächsten Quartal nachlassen könnte. Für ein Unternehmen, das einst mit einer hohen Software-Bewertung gehandelt wurde, ist das ein ernstes Warnsignal.
Wie ein 3-Milliarden-USD-Unternehmensriese vom US-Aktienmarkt verschwand
The Trade Desk ist kein kleines oder unbekanntes Unternehmen. Es gehört zu den wichtigsten Anbietern im Bereich programmatische Werbung.
Marken und Agenturen nutzen die Plattform, um digitale Werbung auf Webseiten, Streaming-TV, mobilen Apps, Audio und weiteren digitalen Kanälen einzukaufen.
Die Plattform hilft Werbetreibenden dabei, zu entscheiden, wo Anzeigen platziert werden, welche Zielgruppen erreicht werden sollen, wie viel geboten wird und wie die Leistung gemessen wird. Vereinfacht gesagt ist es eine Software, um Werbung im offenen Internet zu schalten.
Der Jahresumsatz lag im Jahr 2025 bei etwa 2,9 Milliarden USD, wodurch das Unternehmen ein großer und sehr profitabler Anbieter im digitalen Werbemarkt ist.
Allerdings bewerten die Analysten an der Wall Street das Unternehmen inzwischen völlig anders.
Der Hauptgrund ist das Wachstum. Der Umsatz von The Trade Desk stieg im ersten Quartal 2025 um 25%. Im ersten Quartal 2026 verlangsamte sich das Wachstum auf 12%. Die Prognose für das zweite Quartal deutet auf ein noch schwächeres Wachstum hin.
Zudem ist der Wettbewerb ein größeres Problem geworden. Amazon ist mittlerweile eine direkte Bedrohung für Werbung bei Connected TV. Amazon verfügt über Prime Video, umfassende Retail-Daten und eine eigene Werbeplattform.
Das sorgt in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte von The Trade Desk für Druck.
Werbetreibende achten zunehmend auf Plattformen, die Medieninventar, Einkaufsdaten und Messung in einem einzigen System vereinen.
Investoren fragen längst nicht mehr, wie groß The Trade Desk werden kann. Sie wollen wissen, ob das Unternehmen sein Wachstum gegen Amazon, den Druck durch Agenturen, schwächelnde Werbeausgaben und einen anspruchsvolleren Markt verteidigen kann.