15.05.2026, 14:28 Uhr

X Algorithm-Repository bleibt seit vier Monaten bei einem Commit, trotz Open-Source-Zusage

Vier Monate nachdem Elon Musk zugesagt hatte, den Empfehlungsalgorithmus von X als Open Source bereitzustellen und alle vier Wochen zu aktualisieren, zeigt das offizielle xai-org-Repository weiterhin nur einen Commit. Krypto-Nutzer sprechen daher von Show anstelle von Transparenz.

Das Versprechen stammt vom 10. Januar, als Musk ankündigte, der Code werde innerhalb von sieben Tagen veröffentlicht und monatlich mit ausführlichen Entwicklernotizen aktualisiert. Das Repository ging am 17. Januar online und wurde seitdem nicht mehr verändert.

Versprochene monatliche Updates blieben aus

Das xai-org/x-algorithm-Repository enthält vier Komponenten, die zu 62,9 % in Rust und zu 37,1 % in Python geschrieben sind. Keine davon hat einen weiteren Commit erhalten.

Auch die Entwicklernotizen, die Musk versprochen hatte, wurden bislang nicht veröffentlicht. Bereits bei einer ähnlichen Veröffentlichung aus 2023 im alten twitter/the-algorithm-Repository kam es zu denselben Beschwerden, bevor dieses inaktiv wurde.

Diese Funkstille fällt in die Monate, in denen Krypto-Nutzer wiederholt über eine begrenzte Reichweite auf der Plattform klagen.

„Der Algorithmus ist so schlecht wie nie zuvor. Ich sehe nur noch Politik, provozierende Beiträge, Engagement-Köder und vielleicht 10 % Krypto-Inhalte. Die Communities sterben aus und diese App wird zu Instagram 2.0, obwohl die beste Funktion war, dass sich Communities zu bestimmten Themen bildeten und man größtenteils in seiner Gemeinschaft geblieben ist“, beobachtete Ethan, ein Marktbeobachter, auf X.

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hatte zudem bereits öffentlich infrage gestellt, ob X dieses Transparenz-Versprechen überhaupt erfüllen kann, bevor das Repository überhaupt veröffentlicht wurde.

Die Zahlen, welche die Beiträge tatsächlich bewerten, fehlen

Der veröffentlichte Code zeigt zwar die Formel zur Berechnung des Endwerts, jedoch nicht die Gewichtungen der einzelnen vorhergesagten Handlungen.

Im Phoenix-Modul heißt es in der README-Datei, der Transformer sei „repräsentativ für das intern verwendete Modell mit Ausnahme spezifischer Optimierungen zur Skalierung” — ein Eingeständnis, dass das eingesetzte System von dem abweicht, was Nutzer prüfen können.

Krypto-Kritiker heben außerdem hervor, dass das Modell aus negativen Signalen wie Meldungen und Blockierungen lernt. Dadurch können koordinierte Bots effektiv zur Unterdrückung beitragen.

Dezentrale Alternativen wie Farcaster veröffentlichen vollständige, kopierbare Protokolle und nicht lediglich Beispiel-Code, den niemand mit dem Live-System abgleichen kann.

Was die nächsten vier Wochen bringen, wird daher mehr über Musks Umgang mit Transparenz aussagen als der ursprüngliche Upload des Repository je könnte.