15.05.2026, 15:18 Uhr

Payward, Mutterunternehmen von Kraken: Deutliche Einsparungen bei steigendem IPO-Druck

Payward, die Muttergesellschaft der Kryptowährungsbörse Kraken, baut vor dem geplanten Börsengang in den USA 150 Stellen ab. Das betrifft etwa 5% der 3.000 globalen Mitarbeiter.

Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Optimierung, die die Gewinnmargen verbessern soll. Die Geschäftsleitung möchte vor dem Börsengang finanziell schlanker aufgestellt sein.

Entlassungen setzen den mehrjährigen Sparkurs fort

Die aktuellen Kürzungen verlängern den anhaltenden Personalabbau, der im Oktober 2024 begann. Damals strich Payward etwa 400 Stellen, was rund 15% der Belegschaft entsprach.

Der Abbau erfolgte kurz nachdem Arjun Sethi zusammen mit David Ripley als Co-CEO eingestiegen ist. Weitere Stellen wurden Anfang 2025 abgebaut, als das Unternehmen überlappende Teams zusammengeführt hat.

Ein Payward-Sprecher wollte sich zu einzelnen Personalentscheidungen nicht äußern. Das Unternehmen prüft laufend die eigene Struktur, um Talente an den strategischen Zielen auszurichten.

Gleichzeitig stellt Payward in bestimmten Wachstumsbereichen wie Derivate, Zahlungen und tokenisierte Vermögenswerte weiterhin ein.

Solche Personaloptimierungen sind vor einem Börsengang bei Kryptounternehmen inzwischen üblich. Die Senkung der Kosten stärkt daher zentrale Rentabilitätskennzahlen, auf die öffentliche Investoren besonders achten.

Börsenpläne weiterhin auf Eis

Payward hat im November 2025 eine vertrauliche S-1-Registrierung bei der SEC eingereicht. Ziel ist eine öffentliche Bewertung nahe 20 Milliarden USD.

Allerdings wurde der Börsengang im März 2026 verschoben, da schwächere Entwicklungen anderer Krypto-Börsengänge die Investorennachfrage gedämpft haben.

Co-CEO Arjun Sethi hat öffentlich betont, dass das Unternehmen zu etwa 80% bereit für einen Börsengang ist. Seine Aussagen zeigen, dass die S-1 weiterhin gültig ist, obwohl es zu einer Verzögerung kam.

Gleichzeitig setzt Payward das Wachstum durch Übernahmen fort, darunter NinjaTrader für Derivate und Reap Technologies für Stablecoin-Zahlungen.

Zum Zeitpunkt der SEC-Einreichung hat Payward eine Finanzierungsrunde in Höhe von 800 Millionen USD abgeschlossen. Diese Runde bildet die Grundlage für die nun genannte Bewertung von 20 Milliarden USD im Zusammenhang mit den Börsenplänen.

Die Finanzierung folgte einer Reihe sekundärer Investitionen von Partnern aus dem traditionellen Finanzsektor.

Ob Payward in diesem Jahr an die Börse zurückkehrt, hängt davon ab, wie sich die nächsten Kryptobörsengänge entwickeln.