Künstliche Intelligenz (KI) ist heute sowohl die wirksamste Waffe als auch das stärkste Schutzschild bei Betrug mit Kryptowährungen.
Die Kosten für Betrügereien mit Kryptowährungen sinken weiter, weil KI diese Entwicklung beschleunigt. Allerdings setzen auch Börsen auf dieselbe Technologie, um ihre Abwehrkräfte zu stärken.
KI gegen KI: Der Wettlauf verändert die Sicherheit im Kryptobereich
Binance Research hat kürzlich hervorgehoben, dass KI-Tools Smart Contracts etwa doppelt so effizient ausnutzen, wie sie Schwachstellen erkennen. Angriffe kosten lediglich 1,22 USD pro Vertrag, das sind 22% weniger als im Vormonat, wobei fortschrittliche Modelle zu 72,2% erfolgreich sind.
„Die Einstiegshürde für Betrüger sinkt schnell, und KI beschleunigt diesen Rückgang. Was früher Fachwissen erforderte, kann heute mit minimalem Aufwand und in großem Stil ausgeführt werden”, erklärte Binance in einem Blogeintrag.
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Das Problem betrifft jedoch nicht nur den Code. Chainalysis berichtet, dass Betrüger Deepfakes, Face-Swap-Tools und Sprachmodelle für Romance- und Investitionsbetrug einsetzen.
Bemerkenswert ist, dass KI-gesteuerte Betrugsoperationen im Durchschnitt 3,2 Millionen USD einnehmen, etwa 4,5-mal so viel wie herkömmliche Kryptobetrügereien.
„Heute fallen 76% der KI-gesteuerten Betrügereien sowohl beim Umfang als auch bei der Schwere in das oberste Viertel. Im Jahr 2025 erreichte Kryptobetrug 17 Milliarden USD — das entspricht einem Anstieg um 30% im Jahresvergleich. Ohne eine angemessene Reaktion dürfte die Auswirkung noch größer werden”, heißt es weiter im Blog.
Binance setzt auf KI-gestützte Gegenmaßnahmen
Trotzdem wehren sich Kryptoplattformen mit eigenen KI-Lösungen. Binance teilt mit, über 100 KI-Modelle und 24 spezialisierte Initiativen im Einsatz zu haben.
Im ersten Quartal 2026 stoppte die Börse 22,9 Millionen Betrugsversuche und schützte so Kundengelder in Höhe von etwa 1,98 Milliarden USD.
„Insgesamt konnten von Anfang 2025 bis einschließlich erstes Quartal 2026 Verluste von 10,53 Milliarden USD für über 5,4 Millionen Nutzer verhindert werden. Zudem wurden mehr als 36.000 schädliche Adressen auf die schwarze Liste gesetzt und täglich mehr als 9.600 Warnungen in Echtzeit ausgegeben, damit Nutzer Bedrohungen frühzeitig erkennen”, heißt es weiter.
Die Börse gab zudem bekannt, dass mittlerweile 57% der Betrugsabwehr durch KI-basierte Entscheidungen erfolgt. Dadurch sanken die Kartenbetrugsraten im Vergleich zu Branchendurchschnitten zwischen 60% und 70%.
KI kann in beide Richtungen wirken. Sie lässt sich von Kriminellen als Waffe nutzen, aber ebenso können die angegriffenen Systeme damit verstärkt werden. Die Gewinner in diesem Wettlauf sind jene, die die Technologie am schnellsten skalieren.
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