Revolut plant Berichten zufolge, im Sommer eine britische Private-Banking-Einheit zu starten, mit einer Einlagegrenze von 500.000 GBP (630.000 USD). Dieser Schritt könnte für vermögende Krypto-Kunden besonders interessant sein. Zuvor erhielt das Unternehmen neue Genehmigungen von der Financial Conduct Authority.
Die neue Einheit richtet sich an vermögende Kunden, die zwischen dem Retail Banking und klassischen Privatbanken liegen. Geplant ist, gehebelte Produkte, diskretionäres Portfoliomanagement und Beratung im Bereich Vermögensverwaltung mit Revoluts bestehender Krypto-Plattform zu kombinieren. Diese wird bereits von mehr als zehn Millionen Kunden genutzt.
Krypto steht im Zentrum der 500.000-GBP-Initiative
Revolut betreibt bereits eine der größten Krypto-Plattformen für Retailkunden in Europa. Die Pro-Börse Revolut X bietet mehr als 250 Token ohne Maker-Gebühren. Für aktive Trader gibt es API-Zugang, TradingView-Charts und eine hohe Liquidität.
Der Bereich Vermögensverwaltung steigerte die Einnahmen des Unternehmens um 31% auf 876 Millionen USD im Jahr 2025. Krypto-Aktivität war laut Jahresbericht ein wichtiger Treiber. Der Bereich wuchs in 2024 um fast 300%, ehe sich dieser Wert normalisierte.
Mehr als zehn Millionen Kunden halten oder handeln Kryptowährungen über die App. Die geplante Private-Banking-Einheit könnte diese Basis weiter stärken. Sie richtet sich an Halter, die bereits Positionen im sechs- und siebenstelligen Bereich aufweisen.
FCA-Genehmigungen ermöglichen gemanagte Krypto-Portfolios
Die Financial Conduct Authority hat Revolut Trading kürzlich erlaubt, gehebelte Produkte, diskretionäres Portfoliomanagement und anspruchsvolle Investmentdienstleistungen anzubieten.
Diese Genehmigungen verändern die Möglichkeiten, die das Unternehmen für höherwertige britische Kunden anbieten kann.
Die Struktur kann Portfolios unterstützen, die Krypto mit traditionellen Vermögenswerten, Staking-Möglichkeiten und gemanagten Lösungen kombinieren, alles in einem regulierten und von der FSCS geschützten Umfeld.
Die britische Banklizenz von Revolut, die im März 2026 erteilt wurde, sichert Einlagen bis zu 120.000 GBP (160.000 USD) pro Kunde ab.
Anfang dieses Jahres hat Revolut eine Markets in Crypto Assets (MiCA) Lizenz über Zypern erhalten. Damit bekommt das Unternehmen einen „Passport“ für Krypto-Dienstleistungen in 30 Märkten des Europäischen Wirtschaftsraums.
Eine Brücke für Krypto-Halter in den Kreis der vermögenden Kunden
Die geplante Schwelle von 500.000 GBP zielt auf eine Kundengruppe ab, von der sich traditionelle Privatbanken weitgehend zurückgezogen haben.
- Coutts hat sein Minimum kürzlich auf 3 Millionen GBP (3,9 Millionen USD) erhöht.
- UBS setzt die Grenze bei 1 Million GBP (1,3 Millionen USD) an investierbaren Vermögenswerten, wodurch eine große Lücke entsteht.
Viele dieser Kunden halten bedeutende Krypto-Positionen und wünschen sich Angebote auf institutionellem Niveau, ohne das Revolut-Ökosystem verlassen zu müssen. Etablierte Privatbanken bleiben oft kryptoscheu oder legen Mindestanforderungen auf, die für viele nicht erreichbar sind.
Das Unternehmen positioniert den Start vor einem potenziellen Nasdaq-Börsengang im Jahr 2028. Berichten zufolge strebt Revolut dabei eine Bewertung von 150 Milliarden bis 200 Milliarden USD an.
Wie die Regulierungsbehörden den gehebelten Krypto-Handel in einem regulierten Private Banking bewerten, wird die Marktreichweite dieses Modells bestimmen. Die kommenden zwölf Monate werden zeigen, wie weit das Angebot in Europa verbreitet werden kann.